Deutschland

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Deutschland

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Deutsch|land ['d…ĒyŐģt ÉŐģlant], -s:
Staat in Mitteleuropa: die Bundesrepublik Deutschland.

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Deutsch|land; -s:
Staat in Mitteleuropa.

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Deutschland,
 
 
 
Fläche: 357 022 km2
 
Einwohner: (1999) 82,173 Mio.
 
Hauptstadt: Berlin
 
Amtssprache: Deutsch
 
Nationalfeiertag: 3. 10.
 
Währung: 1 Euro (EUR, ) = 100 Cents
 
Zeitzone: MEZ
 
amtlich Bundesrepublik Deutschland; nichtamtliche Abk√ľrzung BRD, Staat in Mitteleuropa, grenzt im Norden an Nordsee, D√§nemark (Grenzl√§nge 67 km) und Ostsee, im Osten an Polen (442 km) und die Tschechische Republik (811 km), im S√ľden an √Ėsterreich (816 km, ohne Bodensee) und die Schweiz (334 km, ohne Bodensee), im Westen an Frankreich (448 km), Luxemburg (135 km), Belgien (156 km) und die Niederlande (576 km, ohne Dollart und Au√üenbereich der Ems). Deutschland hat eine Fl√§che von 357 022 km2; damit ist es der sechstgr√∂√üte Staat Europas (nach dem europ√§ischen Teil Russlands, der Ukraine, Frankreich, Spanien und Schweden). Mit einer Bev√∂lkerungszahl von (1999) 82,173 Mio. Einwohner ist Deutschland nach dem europ√§ischen Teil Russlands der bev√∂lkerungsreichste Staat Europas. Hauptstadt ist Berlin. Die Amtssprache ist Deutsch. W√§hrung: 1 Euro (EUR, ) = 100 Cents. Zeitzone: MEZ.
 
 Staat und Recht:
 
 
Die staatliche Ordnung wird durch das am 8. 5. 1949 vom Parlamentarischen Rat beschlossene, am 23. 5. 1949 verk√ľndete Grundgesetz (GG) bestimmt, zu dem seither 42 √Ąnderungs- und Erg√§nzungsgesetze ergangen sind. Die Bundesrepublik Deutschland erhielt am 5. 5. 1955 die Stellung eines souver√§nen Staates (Deutschlandvertrag, Pariser Vertr√§ge). Die letzten hoheitsrechtlichen Vorbehalte der Alliierten wurden durch den Zwei-plus-Vier-Vertrag aufgegeben. Einige Vorbehalte waren bereits 1968/69 aufgrund der Notstandsverfassung und der darauf basierenden Notstandsgesetze hinf√§llig geworden.
 
Deutschland ist ein Bundesstaat; sowohl der Bund als Ganzes als auch die L√§nder sind ¬ĽStaaten¬ę mit eigener Staatsgewalt und eigenem Staatsgebiet. Die h√∂chste Staatsgewalt liegt jedoch beim Bund, nicht bei den L√§ndern: ¬ĽBundesrecht bricht Landesrecht¬ę (Art. 31 GG). Die L√§nder k√∂nnen vom Bund, notfalls durch Bundeszwang, zur Erf√ľllung ihrer Bundespflichten angehalten werden (Art. 37 GG); der Bund kann sich bei einer Gefahr f√ľr die freiheitliche demokratische Grundordnung die Polizeikr√§fte der L√§nder unterstellen; auf Verlangen des Bundesrates ist diese Ma√ünahme aufzuheben (Art. 91 GG). Die ausw√§rtige Gewalt steht allein dem Bund zu (Art. 32 GG). Bestimmte Aufgaben der L√§nder k√∂nnen durch Bundesgesetz mit Zustimmung des Bundesrates zu Gemeinschaftsaufgaben erkl√§rt werden, bei deren Erf√ľllung der Bund mitwirkt; das ist z. B. bei der Hochschulbauf√∂rderung, der Verbesserung der Agrarstruktur und des K√ľstenschutzes und der Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur geschehen (Art. 91 a GG). - Die Gliederung Deutschlands in L√§nder kann auch durch Verfassungs√§nderung nicht beseitigt werden; die Mitwirkung der L√§nder an der Gesetzgebung, die sie durch den Bundesrat aus√ľben, muss grunds√§tzlich erhalten bleiben (Art. 79 GG).
 
Bei der Gr√ľndung (1949) umfasste das Bundesgebiet zw√∂lf L√§nder: Baden, Bayern, Bremen, Gro√ü-Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, W√ľrttemberg-Baden und W√ľrttemberg-Hohenzollern. Die volle Integration von Berlin (West) in das Bundesgebiet war jedoch durch die Vorbehalte der Besatzungsm√§chte suspendiert (Berlin). Die L√§nder Baden, W√ľrttemberg-Baden und W√ľrttemberg-Hohenzollern wurden 1952 zu Baden-W√ľrttemberg zusammengefasst. Am 1. 1. 1957 kam das Saarland als weiteres Land hinzu. Nach dem Beitritt der L√§nder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Th√ľringen und der Vereinigung beider Teile Berlins zum Land Berlin 1990 umfasst das Bundesgebiet nunmehr 16 L√§nder.
 
Eine Neugliederung des Bundesgebiets ist nach Art. 29 GG m√∂glich. Ziel der Neugliederung muss es sein zu gew√§hrleisten, dass die L√§nder nach Gr√∂√üe und Leistungsf√§higkeit zur wirksamen Aufgabenerf√ľllung f√§hig sind. Obwohl zwei der zu diesem Zweck durchgef√ľhrten Volksentscheide (Oldenburg und Schaumburg-Lippe) eine Neugliederung verlangt haben, wurde durch Bundesgesetz vom 9. 1. 1976 beschlossen, die bisherige Gliederung des Bundesgebiets beizubehalten. Das verfassungs√§ndernde Gesetz vom 23. 8. 1976 hat die Pflicht zur Neugliederung in eine blo√üe Erm√§chtigung verwandelt (Art. 29 GG). Die L√§nder k√∂nnen eine Neugliederung auch durch Staatsvertrag vornehmen (Art. 118 a GG).
 
Deutschland ist ein demokratischer Staat. Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus und wird von ihm durch Wahlen und Abstimmungen ausge√ľbt (Art. 20 GG, der im Gef√ľge des GG eine zentrale Bedeutung besitzt). Wer zum Staatsvolk geh√∂rt, bestimmt Art. 116 GG; unabh√§ngig davon r√§umt Art. 28 Absatz 1 Ausl√§ndern aus EU-Staaten das kommunale Wahlrecht ein. Das GG folgt dem Prinzip der repr√§sentativen Demokratie: Nicht das Volk stimmt unmittelbar √ľber Sachfragen ab, sondern die Abgeordneten als seine Repr√§sentanten (Bundestag). Der Bundespr√§sident wird - anders als der Reichspr√§sident der Weimarer Republik - nicht vom Volk direkt, sondern von einem Repr√§sentativorgan gew√§hlt (Bundesversammlung). Nur f√ľr die Neugliederung des Bundesgebiets sind auf Bundesebene Volksabstimmungen vorgesehen. Einige L√§nderverfassungen sehen hingegen in weiterem Umfang Volksabstimmungen vor. - Deutschland ist in ausgepr√§gtem Ma√ü ein parlamentarischer Staat. Das zeigt sich besonders daran, dass der Bundeskanzler nicht vom Bundespr√§sidenten frei ernannt, sondern vom Bundestag gew√§hlt wird. Die Gefahren des reinen Parlamentarismus werden dadurch vermieden, dass zur Wahl des Bundeskanzlers prinzipiell die absolute Mehrheit erforderlich ist, dass der Sturz des Bundeskanzlers nur durch Wahl eines Nachfolgers m√∂glich ist (konstruktives Misstrauensvotum) und dass der Bundestag kein direktes Mitwirkungsrecht bei der Ernennung und Entlassung von Bundesminister hat (Bundesregierung). - Deutschland ist ein sozialer Rechtsstaat. Von wesentlicher Bedeutung sind die Grunds√§tze der Gewaltenteilung und der Gesetzm√§√üigkeit der Verwaltung (Art. 20 GG). Die Gesetzgebung ist an die Verfassung gebunden, vollziehende Gewalt (Exekutive) und Rechtsprechung an Verfassung und Gesetz. F√ľr das Gemeinwesen und den B√ľrger wesentliche Entscheidungen muss der Gesetzgeber selbst treffen.
 
Damit das staatliche Handeln auch inhaltlich rechtsstaatlichen Grunds√§tzen entspricht, sichert das GG in den Art. 1-19 die Grundrechte des Einzelnen gegen√ľber dem Staat sowie zum Teil auch gegen√ľber anderen sozialen Kollektivgewalten als Rechte, die die Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht binden. Soweit die Grundrechte √ľberhaupt durch Gesetz eingeschr√§nkt werden k√∂nnen (Gesetzesvorbehalt), muss dieses allgemeinen Charakter haben und das eingeschr√§nkte Grundrecht ausdr√ľcklich nennen (Zitiergebot des GG); die Einschr√§nkung muss durch vorrangige Interessen gerechtfertigt sein und sie darf den Wesensgehalt des betreffenden Grundrechts nicht antasten. Bei Sch√§digungen durch Amtspflichtverletzungen steht dem Gesch√§digten ein Anspruch auf Schadensersatz gegen den Staat zu (Art. 34, Staatshaftung). Ausnahmegerichte sind unzul√§ssig; niemand darf seinem gesetzlichen Richter entzogen werden (Art. 101). Die Todesstrafe ist abgeschafft (Art. 102). Jedermann hat vor Gericht Anspruch auf rechtliches Geh√∂r. Die Festnahme einer Person ist nur nach Ma√ügabe der Gesetze und in den gesetzlichen Formen zul√§ssig (Art. 104). In letzter Instanz wacht das Bundesverfassungsgericht √ľber die Verfassungsm√§√üigkeit der Gesetzgebung, der Exekutive und der Rechtspflege.
 
Das Schulwesen untersteht der staatlichen Aufsicht der L√§nder. Der Religionsunterricht ist unter Beachtung der Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit (weltanschauliche Neutralit√§t des GG) ordentlicher Lehrfach an allen √∂ffentlichen mit Ausnahme der bekenntnisfreien Schulen; dies gilt nach Art. 141 GG nicht, wenn in einem Land am 1. 1. 1949 eine andere Regelung bestand (so in Bremen und Berlin [West]). Gegenw√§rtig ist umstritten (insbesondere in Brandenburg), ob auch die im Beitrittsgebiet 1949 bestehenden abweichenden Regelungen von Art. 141 GG erfasst werden. Das Recht zur Errichtung von Privatschulen ist besonders gew√§hrleistet. Der Erlass von Vorschriften √ľber die Schularten, √ľber die Einrichtungen und Grunds√§tze der Lehrerbildung, √ľber die Mitwirkung der Eltern, √ľber die Rechtsstellung der Schulen, wissenschaftliche Hochschulen einschlie√ülich der theologischen Fakult√§ten, Fachhochschulen usw. ist im Wesentlichen den L√§ndern √ľberlassen; der Bund ist nur zust√§ndig f√ľr die Regelung der Ausbildungsbeihilfen und Wissenschaftsf√∂rderung und die allgemeinen Grunds√§tze des Hochschulwesens (Art. 75 Absatz 1 GG) sowie der beruflichen Bildung im dualen System. √úber Presse-, Theater-, Rundfunk- und Filmwesen findet sich im GG nur die allgemeine Freiheitsgarantie des Art. 5; durch die Entwicklung neuer Medien muss die Bedeutung der Rundfunkfreiheit f√ľr die traditionell √∂ffentlich-rechtliche Rundfunkorganisation und f√ľr private Veranstalter neu bestimmt werden. Die Rechte der Religionsgesellschaften sind im GG u. a. durch Verankerung der Art. 136-139, 141 der Weimarer Reichsverfassung anerkannt; ein Staatskirchentum ist verboten, die Freiheit zum Zusammenschluss zu Religionsgesellschaften ist gew√§hrleistet.
 
√úber die Wirtschafts- und Sozialordnung enth√§lt das GG im Unterschied zur Weimarer Reichsverfassung und den meisten Landesverfassungen wenig besondere Vorschriften. Das GG entscheidet sich nicht f√ľr eine bestimmte Wirtschaftsverfassung, jedoch schlie√üt es bestimmte Wirtschaftsordnungen aus: einer rein marktwirtschaftlichen Ordnung steht seine Verpflichtung zum Sozialstaat entgegen. Einer Zentralverwaltungswirtschaft wirken liberale Normen entgegen, so gew√§hrleistet es mit den Grundrechten die wirtschaftliche Vertrags- und Wettbewerbsfreiheit, die wirtschaftliche Vereinigungsfreiheit, die Freiheit der privaten Wirtschaftst√§tigkeit und das Recht auf Privateigentum; das Gesetz kann diese Freiheiten mannigfach ausgestalten und einschr√§nken. Nur zum Wohl der Allgemeinheit, auf gesetzlicher Grundlage und gegen Entsch√§digung sind Enteignungen zul√§ssig. Soziale Bindungen des Eigentums (z. B. in Gestalt der Wohnraummietengesetzgebung) sind dagegen entsch√§digungslos zul√§ssig. Grund und Boden, Natursch√§tze und Produktionsmittel k√∂nnen gegen Entsch√§digung in Gemeineigentum oder andere Formen der Gemeinwirtschaft √ľberf√ľhrt werden (Sozialisierung). Gem√§√ü Art. 143 Absatz 3 GG, Art. 41 Einigungsvertrag und Anlage III zum Einigungsvertrag werden Enteignungen auf besatzungshoheitliche Grundlage (1945-49) nicht r√ľckg√§ngig gemacht.
 
Oberste Verfassungsorgane im engeren Sinn sind Bundestag, Bundesrat, Bundesregierung, Bundespräsident und Bundesverfassungsgericht. - Verwaltungsorgane des Bundes sind die Bundesministerien, die obersten Bundesbehörden (z. B. Bundesrechnungshof), die Bundesober-, -mittel- und -unterbehörden (Bundesverwaltung) sowie die bundesunmittelbaren Anstalten und Körperschaften des öffentlichen Rechts. - Rechtsprechungsorgane sind neben dem Bundesverfassungsgericht die obersten Bundesgerichte (Bundesgerichtshof, Bundesverwaltungsgericht, Bundesfinanzhof, Bundesarbeitsgericht, Bundessozialgericht), die zur Wahrung der Einheitlichkeit der Rechtsprechung den Gemeinsamen Senat bilden. Als Bundesgerichte bestehen außerdem das Bundespatentgericht und der Bundesdisziplinarhof.
 
Der Bund hat die ausschlie√üliche Gesetzgebungskompetenz auf den Gebieten, die nur bundeseinheitlich geregelt werden k√∂nnen (Art. 71, 73 GG), so f√ľr ausw√§rtige Angelegenheiten, Verteidigung, Staatsangeh√∂rigkeit und Passwesen, W√§hrung, Z√∂lle und Finanzmonopole, Grenzschutz, Luftverkehr, Postwesen und Telekommunikation, gewerblicher Rechtsschutz, Urheber- und Verlagsrecht. F√ľr zahlreiche, in Art. 74 GG aufgez√§hlte Materien hat er die konkurrierende Gesetzgebungsbefugnis, so f√ľr b√ľrgerliches Recht, Strafrecht und Strafvollzug, Wirtschafts- und Arbeitsrecht, Gerichtsverfassung und Prozessrecht, Personenstand, Stra√üenverkehr und Kraftfahrwesen, bestimmte Steuern, seit 1959 auch f√ľr Kernenergie, seit 1969 f√ľr Ausbildungsbeihilfen und Wissenschaftsf√∂rderung, seit 1971 f√ľr Besoldungsrecht, seit 1972 f√ľr Abfallbeseitigung, Luftverschmutzung und L√§rmbek√§mpfung, seit 1994 auch f√ľr die Staatshaftung; soweit und solange der Bund sein Recht nicht aus√ľbt, k√∂nnen die L√§nder allerdings auf diesen Gebieten Gesetze erlassen (Art. 70). Art. 72 GG in der Fassung von 1994 hat die Voraussetzungen f√ľr eine bundesgesetzliche Regelung im Bereich der konkurrierenden Zust√§ndigkeit zugunsten der L√§nder versch√§rft. Da auf vielen dieser Gebiete das fr√ľhere Reichsrecht Bundesrecht geworden ist und der Bund auch neue Gesetze erlassen hat, ist das Gesetzgebungsrecht der L√§nder insoweit in gro√üem Umfang erloschen und die Rechtseinheit hergestellt. Schlie√ülich kann der Bund auf bestimmten Gebieten Rahmenvorschriften erlassen (Art. 75 GG), so √ľber Presse-, Film-, Jagd-, Melde- und Ausweiswesen, √ľber Raumordnung und Wasserhaushalt, seit 1971 auch √ľber die allgemeinen Grunds√§tze des Hochschulwesens, seit 1994 f√ľr den Schutz deutschem Kulturgutes gegen Abwanderung ins Ausland. √úber den Weg der Bundesgesetzgebung Gesetzgebungsverfahren. F√ľr die Mitwirkung Deutschlands an Rechtsetzungsakten der EU sieht Art. 23 GG ein besonderes Verfahren der Zusammenarbeit von Bund und L√§ndern vor.
 
Zur √Ąnderung und Erg√§nzung des GG ist ein √ľbereinstimmender Beschluss von Bundestag und Bundesrat n√∂tig, der von jedem der beiden Organe mit zwei Drittel der gesetzlichen Stimmenzahl gefasst sein muss. Die Gliederung des Bundes in L√§nder, das grunds√§tzliche Mitwirkungsrecht der L√§nder bei der Bundesgesetzgebung und die Unverletzlichkeit der Menschenw√ľrde sowie die Grunds√§tze des demokratischen und sozialen Rechtsstaates k√∂nnen auch im Weg der Verfassungs√§nderung nicht beseitigt werden (Art. 79 GG). Bei v√∂lkerrechtlichen Vertr√§gen, die einer Friedensregelung, dem Abbau einer besatzungsrechtlichen Ordnung oder der Verteidigung Deutschlands dienen, gen√ľgt f√ľr die Vereinbarkeit mit dem GG eine mit verfassungs√§ndernder Mehrheit beschlossene Klarstellung, dass das GG dem Abschluss des Vertrags nicht entgegensteht. Auch nach der Vereinigung bestimmt Art. 146 in der Fassung vom 1990, dass das GG als Ganzes ung√ľltig wird, wenn eine Verfassung in Kraft tritt, die vom ganzen deutschen Volk in freier Entscheidung beschlossen ist.
 
Parteien:
 
Im Rahmen des parlamentarischen Systems treten v. a. sechs Parteien hervor: Christlich Demokratische Union (CDU), Christlich Soziale Union in Bayern (CSU; im Bundestag mit der CDU in einer Fraktionsgemeinschaft verbunden), Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD), Freie Demokratische Partei (FDP), Die Gr√ľnen und seit der Vereinigung auch die Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS).
 
 
Wichtigster Dachverband der Gewerkschaften ist der DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund). Daneben bestehen der Christliche Gewerkschaftsbund Deutschlands (CGB, christliche Gewerkschaften) und der Deutsche Beamtenbund (DBB, Beamtenverbände).
 
 
Das Wappen ist ein rot bewehrter schwarzer Adler auf goldenem Grund. (Bundesadler)
 
 
National- und Handelsflagge sind schwarz-rot-gold längs gestreift, die Bundesflagge ebenso, in der Mitte befindet sich das Bundeswappen. Die Dienstflagge und Gösch der Bundesmarine ist die Bundesdienstflagge, am fliegenden Ende rechtwinklig ausgeschnitten. Die Standarte des Bundespräsidenten ist quadratisch und zeigt im rot geränderten goldenen Grund den Bundesadler. Die zivilen Flaggen gleichen weitgehend denen des Deutschen Reiches. (deutsche Farben)
 
 
und Ehrenzeichen (nach dem Gesetz √ľber Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 26. 7. 1957, zuletzt ge√§ndert durch Einigungsvertrag vom 31. 8. 1990; Ordensgesetz): Vom Bundespr√§sidenten wurden gestiftet und werden verliehen: der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, das Silberne Lorbeerblatt, die Silbermedaille f√ľr den Behindertensport, das Grubenwehrehrenzeichen, die Eichendorffplakette, die Sportplakette, die Pro-Musica-Plakette, die Zelterplakette. - Mit Genehmigung des Bundespr√§sidenten wurden gestiftet und werden verliehen: der Orden Pour le M√©rite f√ľr Wissenschaften und K√ľnste (Pour le M√©rite), die Ehrenzeichen des Johanniterordens, das Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes, das Deutsche Feuerwehrehrenkreuz, das Ehrenzeichen der Deutschen Verkehrswacht, das Ehrenzeichen des Technischen Hilfswerks, das Ehrenzeichen der Bundeswehr. - Vom Bundespr√§sidenten als Ehrenzeichen anerkannt worden sind: das Deutsche Sportabzeichen, das Leistungs- und das Lehrabzeichen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V., das Leistungs- und das Lehrabzeichen der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes. Die Zelterplakette, die Eichendorffplakette, die Pro-Musica-Plakette und die Sportplakette werden nicht getragen. Die Verleihung einer Rettungsmedaille ist Sache der L√§nder.
 
Nationalfeiertage:
 
 
 
Bund und L√§nder haben getrennte Verwaltungen (Bundesverwaltung, Bundesaufsicht). Auf einigen Gebieten verf√ľgt der Bund √ľber Verwaltungen mit eigenem Verwaltungsunterbau (z. B. Ausw√§rtiger Dienst), meist aber nur √ľber oberste Verwaltungsbeh√∂rden (Ministerien) und Bundesoberbeh√∂rden; daneben gibt es K√∂rperschaften und Anstalten des Bundes etwa auf dem Gebiet des Sozialversicherungswesens (Bundesanstalt f√ľr Angestellte, Bundesanstalt f√ľr Arbeit). Das Schwergewicht der Verwaltungst√§tigkeit liegt bei den L√§ndern. Sie verwalten nicht nur diejenigen Aufgaben, die wie das Polizei- und Schulwesen √ľberwiegend in ihre Gesetzgebungszust√§ndigkeit fallen; ihnen obliegt in der Regel auch die Ausf√ľhrung der Bundesgesetze als eigene Angelegenheit (Art. 83 GG). Dem Bund sind dabei allerdings bestimmte Befugnisse (Regelung der Einrichtung der Beh√∂rden und des Verwaltungsverfahrens, Erlass allgemeiner Verwaltungsvorschriften, Rechtsaufsicht) einger√§umt. F√ľhren die L√§nder in den im GG genannten F√§llen (z. B. Fernstra√üenverwaltung) Bundesgesetze im Auftrag des Bundes aus (Bundesauftragsverwaltung), so stehen diesem weiter gehende Rechte (Weisungsbefugnis, Zweckm√§√üigkeitskontrolle) zu (Art. 85 GG). - Die Landesverwaltung ist dreistufig in oberste Landesbeh√∂rden, Landesmittelbeh√∂rden und untere Landesbeh√∂rden (in der Regel Kreis- und Gemeindeverwaltungen) gegliedert. Letztere verwalten neben den Aufgaben des √ľbertragenen (√ľber√∂rtlichen) solche des eigenen (√∂rtlichen) Wirkungskreises.
 
 
Die Rechtsordnung besteht aus Bundes- und Landesrecht. Das Bundesrecht beruht vielfach auf Kodifikationen, die am Ende des 19. Jahrhunderts geschaffen worden sind, so im Zivil- und Strafprozess, Strafrecht, b√ľrgerliches Recht und Handelsrecht. Diese Gesetzeswerke sind jedoch durch Novellen den Zeitverh√§ltnissen und den Anforderungen des GG von 1949 angepasst worden. Neu geschaffen wurden einheitliche Verfahrensordnungen f√ľr die allgemeinen und besonderen Verwaltungsgerichte (Verwaltungsgerichtsordnung, Sozialgerichtsgesetz, Finanzgerichtsordnung) und Teile des Sozialgesetzbuches. Am wenigsten fortgeschritten ist die Kodifizierung des Arbeitsrechts. Besondere Materien des Verwaltungsrechts wie Umweltschutz-, Gewerbe-, Beamten- oder Baurecht sind meist durch Bundesgesetze geordnet, die teilweise Raum f√ľr Detailgesetze der L√§nder lassen. Z. B. ist das allgemeine Ordnungsrecht (Polizeirecht) der Landesgesetzgebung vorbehalten, doch findet eine Angleichung der Landesgesetze √ľber einheitliche Musterentw√ľrfe von Ministerkonferenzen statt. Das allgemeine Verwaltungsrecht und das Verwaltungsverfahrensrecht sind durch das Bundesverwaltungsverfahrensgesetz und die Landesverwaltungsverfahrensgesetze 1976/77 vereinheitlicht und kodifiziert worden. Inzwischen wird ein erheblicher Teil des Bundes- und Landesrechts durch europ√§isches Recht bestimmt.
 
 
Die Streitkräfte tragen den offiziellen Namen Bundeswehr.
 
 Landesnatur und Bevölkerung:
 
 
Deutschland hat eine maximale Ausdehnung von 876 km in Nord-S√ľdrichtung und 640 km in Ost-Westrichtung. Es hat Anteil am Norddeutschen Tiefland, an der deutschen Mittelgebirgsschwelle, am Alpenvorland und an den Alpen.
 
Die Nordseek√ľste des Norddeutschen Tieflands, die zum Teil bedeicht ist, wird im Unterschied zur Ostseek√ľste von den im Gezeitenrhythmus t√§glich zweimal trockenfallenden Watten begleitet. Vor der deichgesch√ľtzten Nordseek√ľste liegen die Nationalparks Nieders√§chsisches Wattenmeer (2 363 km2), Hamburg. Wattenmeer (117 km2) und Schleswig-Holstein. Wattenmeer (2 850 km2) sowie die Ostfriesischen und die Nordfriesischen Inseln (Friesische Inseln). Die gr√∂√üten Nordseeinseln sind Sylt (99,2 km2), F√∂hr (82,9 km2), Nordstrand (50,4 km2), Pellworm (37,4 km2), Borkum (30,6 km2), Norderney (26,3 km2), Amrum (20,4 km2), Langeoog (19,7 km2), Spiekeroog (18,2 km2) und Juist (16,4 km2). In 50 km Entfernung von der schleswig-holsteinischen K√ľste ragt aus der Deutschen Bucht die Felseninsel Helgoland (2,09 km2) auf. An der Ostsee schlie√üt an die schleswig-holsteinische F√∂rdenk√ľste die 340 km lange Au√üenk√ľste von Mecklenburg-Vorpommern (134 km Steil-, 206 km Flachk√ľste) an: einschlie√ülich der Bodden- und Haffk√ľste erstreckt sie sich bis zur polnischen Grenze √ľber eine Gesamtk√ľstenl√§nge von 1 470 km. Der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschft (805 km2) reicht bis an die Westk√ľste von R√ľgen. Auf R√ľgen, der gr√∂√üten deutschen Insel (926 km2), ist in den Nationalpark Jasmund (30 km2) die Kreidek√ľste von Stubbenkammer einbezogen. Die n√§chstgro√üen Ostseeinseln sind Usedom (deutscher Anteil 373 km2), Fehmarn (185,4 km2), Poel (34,3 km2), Ummanz (19,6 km2) und Hiddensee (16,7 km2).
 
Das Norddeutsche Tiefland, das in der Niederrheinischen Bucht und der Westf√§lischen Bucht sowie in der Leipziger Tieflandsbucht weit nach S√ľden reicht, ist durch das w√§hrend des Pleistoz√§ns mehrmals vordringende skandinavische Inlandeis gepr√§gt worden. Davon zeugen Marschen, zum Teil mit Kiefern oder Heide bestandene Geestplatten (Altmor√§nengebiet, das nur in der Saale- und Elster-Eiszeit eisbedeckt war) im Wechsel mit flachen Sanderfl√§chen und feuchten Niederungen. Das Jungmor√§nengebiet ist hier nur im √∂stlichen Schleswig-Holstein (mit der seenreichen Holsteinischen Schweiz) in einem schmalen Streifen ausgepr√§gt. Eine besonders ausgedehnte Geestlandschaft, durchzogen von den Endmor√§nenw√§llen des S√ľdlichen Landr√ľckens, ist die L√ľneburger Heide (7 400 km2) zwischen den Urstromt√§lern von Elbe und Aller. In Mecklenburg-Vorpommern erstreckt sich hinter dem K√ľstensaum die Jungmor√§nenzone, die hier weit nach S√ľden bis zum s√ľdlich von Berlin verlaufenden Glogau-Baruther Urstromtal reicht. Im Jungmor√§nengebiet folgen von Nordosten nach S√ľdwesten auf die seenarme flache Grundmor√§nenplatte Vorpommerns die mecklenburgisch-brandenburgische Beckenzone, daran schlie√üt sich der seenreiche Baltische Landr√ľcken, auch mecklenburgisch-brandenburgischer oder N√∂rdlicher Landr√ľcken genannt, an, der in den Helpter Bergen 179 m, in den Ruhner Bergen 178 m √ľber dem Meeresspiegel erreicht. Im Bereich des Baltischen Landr√ľckens erstreckt sich zwischen zwei Hauptendmor√§nenb√∂gen die Mecklenburgische Seenplatte (gr√∂√üte Seen sind M√ľritz, Schweriner See, Plauer See) mit dem M√ľritz-Nationalpark (318 km2) sowie die Uckermark, an deren S√ľdrand das Biosph√§renreservat Schorfheide-Chorin (1 291 km2) liegt. Das s√ľdwestlich anschlie√üende Gebiet der brandenburgischen Platten und Urstromt√§ler zwischen der Elbe im Westen und der Oder im Osten umfasst auf engem Raum zusammengedr√§ngte Urstromt√§ler (Thorn-Eberswalder im n√∂rdlichen, Warschau-Berliner im mittleren und Glogau-Baruther Urstromtal im s√ľdlichen Teil, die im Westen alle im Urstromtal der Elbe m√ľnden), die durch Platten voneinander getrennt sind: Barnim, das Land Lebus, Nauener Platte, die Zauche, der Teltow, Beeskower Platte, Lieberoser Platte sowie zahlreiche kleine, L√§ndchen genannte Platten (Bellin, Glin oder Glien). Zu den Niederungen im Bereich der Urstromt√§ler geh√∂ren das Obere Rhinluch und das Oderbruch (im Thorn-Eberswalder Urstromtal), das Untere Rhinluch und das Havell√§ndische Luch (im Warschau-Berliner Urstromtal) und der Spreewald (im Glogau-Baruther Urstromtal), in dem ein Biosph√§renreservat (375 km2) ausgewiesen ist. An der Oder wurde 1992 der Deutsch-Polnische Nationalpark (329 km2) Unteres Odertal gegr√ľndet. S√ľdwestlich und s√ľdlich schlie√üt sich an das Jungmor√§nenland das √§u√üerst seenarme, von der letzten Eiszeit (Weichsel-Eiszeit) nicht mehr erfasste Altmor√§nengebiet an. Dazu geh√∂ren das Altmor√§nengebiet von Hagenow, die Altmor√§nenplatte der Priegnitz, der S√ľdliche Landr√ľcken, der sich √∂stlich der L√ľneburger Heide √ľber die Altmark mit der Colbitz-Letzlinger Heide, den Fl√§ming und den Lausitzer Grenzwall bis zur Nei√üe erstreckt, sowie das s√ľdlich davor gelegene Breslau-Magdeburger Urstromtal mit dem gr√∂√üten deutschen Auwaldgebiet im Bereich des Biosph√§renreservats Mittlere Elbe (1 430 km2). Daran schlie√üt sich nach S√ľden das Altmor√§nengebiet zwischen Saale und Nei√üe mit den Erhebungen der D√ľbener Heide (191 m √ľber dem Meeresspiegel) und Dahlener Heide (215 m √ľber dem Meeresspiegel) und mit dem Oberlausitzer Heideland, zu dem das Biosph√§renreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft (260 km2) geh√∂rt, an. Vor der Mittelgebirgsschwelle erstreckt sich ein 20-80 km breiter L√∂ssg√ľrtel, in dem sich fruchtbare Schwarzerden und schwarzerde√§hnliche B√∂den (B√∂rde) entwickelten. Die fruchbare B√∂rdenzone umfasst in Westdeutschland die J√ľlicher und Z√ľlpicher B√∂rde, die Hellwegb√∂rde und die nieders√§chsischen B√∂rden zwischen Hannover und Helmstedt, in Ostdeutschland die Magdeburger B√∂rde, das nord√∂stliche und √∂stliche Harzvorland, die K√∂thener Ebene, das Querfurter Schwarzerdegebiet, das Altenburg-Zeitzer L√∂ssh√ľgelland, das Mittels√§chsische H√ľgelland, die Oschatzer, Lommatzscher und Gro√üenhainer Pflege, die S√ľdseite der Dresdner Elbtalweitung sowie das Lausitzer Gefilde mit der Kamenzer Pflege.
 
Die Deutschland durchziehende Mittelgebirgsschwelle mit ihren auf die variskische Gebirgsbildung zur√ľckgehenden Gebirgen ist ein stark gekammertes Rumpfschollen- und Schichtstufenland mit Einbruchsbecken und Senken, durch Fl√ľsse mit teilweise breiten T√§lern stark gegliedert. Sie besteht in ihrem westlichen Teil n√∂rdlich von Saar-Nahe-Bergland und Main aus dem Rheinischen Schiefergebirge, zu dem linksrheinisch die durch terti√§ren Vulkanismus gepr√§gte Eifel mit Hohem Venn und Hunsr√ľck, rechtsrheinisch der Taunus, der ebenfalls vulkanisch gepr√§gte Westerwald mit Siebengebirge, das Bergische Land, Sauerland mit Rothaargebirge und Kellerwald geh√∂ren. Es begrenzt die Westf√§lische Bucht im S√ľden, Teutoburger Wald im Nordosten und Egge im Osten. Dem Rheinischen Schiefergebirge gliedern sich im Osten die von Senken und jungen Vulkangebieten wie Vogelsberg und Rh√∂n (mit der Wasserkuppe, 950 m √ľber dem Meeresspiegel; in der th√ľringischen Vorderrh√∂n ein 685 km2 gro√ües Biosph√§renreservat) durchsetzten Einheiten des Hessischen Berglands (Reinhardtswald, Habichtswald, Kaufunger Wald, Mei√üner, Kn√ľll) und Leineberglands, nach Nordosten des Weserberglands an. √Ėstlich der Leine liegt der Harz mit dem Brocken (1 141 m √ľber dem Meeresspiegel), in dessen sachsen-anhaltischen Teil der Nationalpark Hochharz (58,7 km2) und in dessen nieders√§chsische Teil der 158 km2 gro√üe Nationalpark Oberharz liegt. S√ľdlich des Harzes breiten sich die Schichtstufenlandschaft des Th√ľringer Beckens samt dem Randgebiet des Eichsfelds sowie der Th√ľringer Wald aus. Die s√ľdwestliche Fortsetzung bilden das Th√ľringer Schiefergebirge und der Frankenwald. Die √∂stliche Gebirgsumrandung von Deutschland sind Fichtelgebirge, Oberpf√§lzer Wald und Bayerischer Wald (Gro√üer Arber 1 456 m √ľber dem Meeresspiegel) mit dem 133 km2 gro√üen Nationalpark Bayerischer Wald (Urwald) sowie Teile des B√∂hmischen Massivs mit dem B√∂hmerwald, das Elstergebirge, Vogtland, Erzgebirge (Fichtelberg 1 214 m √ľber dem Meeresspiegel), √∂stlich des Durchbruchstals der Elbe das Elbsandsteingebirge mit dem Nationalpark S√§chsische Schweiz (92,9 km2), das Lausitzer (Oberlausitzer) Bergland und das Lausitzer (Zittauer) Gebirge. Im s√ľdwestlichen Deutschland wird das 30-50 km breite Oberrheinische Tiefland zwischen Basel und Mainz, ein bis heute tektonisch aktiver Grabenbruch, der im Norden bei Mainz bis auf 80 m √ľber dem Meeresspiegel abgesunken ist, von Pf√§lzer Wald (markante Steilstufe der Haardt) und Nordpf√§lzer Bergland (s√ľd√∂stlicher Teil des Saar-Nahe-Berglands) sowie von der Steilseite des Spessarts und Odenwalds und von der 400-700 m hohen Bruchstufe des Schwarzwalds (Feldberg 1 493 m √ľber dem Meeresspiegel) flankiert. Die Sohle des Oberrheinischen Tieflands wird von L√∂ssb√§ndern und Vorh√ľgeln (Deutsche Weinstra√üe, Rheingau, Bergstra√üe, Ufgau, Ortenau) ges√§umt. Jenseits von Schwarzwald und Odenwald bildete sich dank Wechsellagerung verschieden widerstandsf√§higer Gesteine das aus schmaler Wurzel am Hochrhein beginnende und sichelf√∂rmig wie ein F√§cher nach Nordosten bis zur Donau und zu den altkristallinen Massiven reichende Schw√§bisch-Fr√§nkische Schichtstufenland, das von den verkarsteten Jurafl√§chen der Schw√§bischen und Fr√§nkischen Alb (500-1 015 m √ľber dem Meeresspiegel), umrahmt wird. Die zwischen den Buntsandsteinlandschaften und den ¬ĽKeuperwaldbergen¬ę liegenden, zum Teil l√∂ssbedeckten G√§ulandschaften (G√§u) sind die Kornkammern von S√ľddeutschland (von S√ľdwesten nach NO: Klettg√§u, Baar, Oberes G√§u, Strohg√§u, Zaberg√§u, Kraichgau, Haller und Hohenloher Ebene, Bauland, Taubergrund, Mainfr√§nkische G√§uplatten um W√ľrzburg, Grabfeld). Jenseits des Rheins findet das Schichtstufenland seine Fortsetzung in der Haardt und im Pf√§lzer Wald, der durch das Nordpf√§lzer und Saar-Nahe-Bergland vom Rheinischen Schiefergebirge getrennt ist.
 
Das bis an die Donau reichende Alpenvorland, eine von Terti√§rsedimenten erf√ľllte Alpenrandsenke, √§hnelt wegen der √úberdeckung mit eiszeitlichen Ablagerungen dem Norddeutschen Tiefland. Als wellige bis h√ľgelige Hochfl√§che neigt es sich von rd. 800 m √ľber dem Meeresspiegel am n√∂rdlichen Alpenrand sanft nach Norden und Nordosten zur Donau auf 400 m √ľber dem Meeresspiegel. Vor dem Alpenrand umschlie√üen die Endmor√§nenkr√§nze der w√ľrmeiszeitl. Alpengletscher das Jungmor√§nenh√ľgelland mit vielen Seen und Mooren; gr√∂√üter See ist der im Becken des ehemaligen Rheingletschers liegende Bodensee (deutscher Anteil 305 km2), weiter ausgedehnte Seenfl√§chen haben Chiemsee, Starnberger See, Ammer-, Tegern-, Kochel- und Schliersee. Dem ausgedehnten Altmor√§nengebiet (Iller-Lech-Platte, M√ľnchener Ebene) ist im Nordosten das von der unteren Isar durchschnittene, zum Teil l√∂ssbedeckte Terti√§rh√ľgelland vorgelagert, dessen fruchtbarster Teil der Dungau zwischen Regensburg und Vilshofen ist.
 
Der deutsche Alpenteil besteht vorwiegend aus den schw√§bisch-oberbayerischen Vor- und Randalpen, die sich von den waldreichen, mehr rundlichen Flyschvorbergen weiter einw√§rts zu immer h√∂heren, vereinzelt schon √ľber 2 000 m hohen Ketten der Kalkvoralpen staffeln und mit einzelnen felsigen Gipfeln √ľber die Waldgrenze aufragen (Ammergebirge, Herzogstand und Benediktenwand am Kochelsee, Wendelstein, Chiemgauer Alpen). In den N√∂rdlichen Kalkalpen verl√§uft zum Teil die Staatsgrenze: in den Allg√§uer Alpen (M√§delegabel 2 645 m √ľber dem Meeresspiegel), im Wetterstein- (Zugspitze 2 962 m √ľber dem Meeresspiegel) und Karwendelgebirge (√∂stliche Karwendelspitze 2 538 m √ľber dem Meeresspiegel), in den Berchtesgadener Alpen (Watzmann, 2 713 m √ľber dem Meeresspiegel). Der Nationalpark Berchtesgaden (208 km2), in dessen Zentrum der K√∂nigssee liegt, reicht bis an die √∂sterreichische Grenze.
 
 
Deutschland liegt in der gem√§√üigten Klimazone im Bereich der Westwindzone und nimmt eine Mittellage ein zwischen dem maritimen Klima Westeuropas und dem Kontinentalklima Osteuropas. Von Nordwesten nach S√ľdosten, aber auch von Westen nach Osten ist eine graduelle Zunahme kontinentaler Komponenten im Klima deutlich feststellbar. Der Unterschied zwischen S√ľden und Norden wird durch die H√∂henlage der s√ľdlichen Landesteile abgeschw√§cht, ist aber bemerkbar. Wesentlichster Zug des Klimas in Deutschland ist die Unbest√§ndigkeit, v. a. bei den h√§ufigen Westwetterlagen. Hierf√ľr sind ostw√§rts ziehende Tiefdruckgebiete charakteristisch, die feuchte Luftmassen vom Atlantik heranf√ľhren und im Winter im Verh√§ltnis zur Breitenkreislage eine milde, im Sommer eine k√ľhle Witterung verursachen. L√§ngere Unterbrechungen unbest√§ndiger Wetterlagen treten bei der Bildung von Hochdruckgebieten auf, die √ľber einen l√§ngeren Zeitraum ein stabiles Wetter bringen. Eine gewisse, wenn auch nicht auf bestimmte Daten festlegbare Regelm√§√üigkeit zeigen die im Mai auftretenden, als Eisheilige bekannten Kaltlufteinbr√ľche sowie die Schafk√§lte im Juni. Ende September bringt der Altweibersommer trockene und f√ľr die Jahreszeit zu warme Tage, um Martini (11. 11.) verursacht ein Hochdruckgebiet mit Zufuhr von Warmluft aus s√ľdlichen Breiten den Martinssommer, zwischen Weihnachten und Neujahr f√ľhrt die rege Tiefdruckt√§tigkeit (¬ĽWeihnachtsdepression¬ę) mit intensiver, hoch reichender Warmluftadvektion aus S√ľdwesten zu ergiebigen Regenf√§llen und Schneeschmelze (Weihnachtstauwetter). Niederschl√§ge treten in allen Monaten auf. Mit Ausnahme der Gebirge, in denen besonders auf der S√ľdwestseite Winterniederschl√§ge √ľberwiegen, liefern die Sommerniederschl√§ge den Hauptteil der Jahresniederschlagsmenge. Westliche Winde bringen gen√ľgend Feuchtigkeit vom Ozean. Eine Schneedecke erh√§lt sich in den H√∂henlagen der Gebirge (ab 800-1 000 m √ľber dem Meeresspiegel) regelm√§√üig √ľber mehrere Monate; in Berlin gibt es 43 Tage (maximal 15 Tage im Januar), am Niederrhein und im Rhein-Main-Gebiet 15-25 Tage mit Schneedecke. Lokale Abweichungen im Temperaturverlauf und in der Niederschlagsh√∂he sind h√§ufig. So haben die Westseiten der Gebirge h√∂here Niederschlagsmengen als die Ostseiten, im Schutze von Gebirgen liegen W√§rmeinseln (z. B. das Oberrheinische Tiefland, die Goldene Aue und der Dresdner Elbtalkessel). Die Niederschlagsmengen betragen etwa 700 mm in Nordwestdeutschland, sie sinken auf unter 500 mm in einigen Regenschattengebieten (im Oberrheinischen Tiefland zwischen Mainz und Ludwigshafen am Rhein und am Kaiserstuhl, im √∂stlichen Harzvorland, in der Goldenen Aue zwischen Harz und Kyffh√§user und im Th√ľringer Becken); dagegen erhalten die Mittelgebirge mit zunehmender H√∂he reichere Niederschl√§ge, die im Nordschwarzwald und in den Alpen 2 000 mm √ľberschreiten.
 
 
Deutschland liegt in der mitteleurop√§ischen Zone der sommergr√ľnen Laubw√§lder. Auffallend ist die Artenarmut der nat√ľrlichen Vegetation. Durch den Einfluss der pleistoz√§nen Kaltzeiten mit gro√üer Inlandeisausbreitung und die durch die Alpen erschwerte Wiedereinwanderung starben zahlreiche k√§lteempfindliche Arten aus. Etwa seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist es durch Intensivierung der Landwirtschaft, Industrialisierung, Vergr√∂√üerung der Siedlungen und Zersiedelung zu einer weiteren Verarmung der Pflanzenarten gekommen.
 
Entlang der K√ľsten erstrecken sich in einem Streifen zwischen mehreren Metern und Kilometern Salz liebende und D√ľnenpflanzen. Im Nordwesten herrschen, abgesehen von den Hochmooren, Eichen-Birken-W√§lder vor. Auf sandigen B√∂den des Norddeutschen Tieflands dominierte urspr√ľnglich ein nat√ľrlich gewachsener Kiefern-Eichen-Wald, im Jungmor√§nenland von Mecklenburg-Vorpommern ein Buchen- und Buchenmischwald, im s√ľdlichen Bereich ein Traubeneichenmischwald, im l√∂ssfreien Altmor√§nenland wechselten Traubeneichen-, Kiefern- und Stieleichenmischwald einander ab. In L√∂ssgebieten waren unter nat√ľrlichen Verh√§ltnissen Traubeneichen-Hainbuchen-Mischw√§lder, in grundwassernahen Bereichen Erlenbruchwald, in breiten Flussauen in s√ľdlicheren Gebieten Auenwald verbreitet. W√§rme liebende Eichenmischw√§lder wuchsen auf extremen Trockenstandorten. Die Waldgebiete der Mittelgebirge zeigten eine starke Artendifferenzierung. Vielfach folgten auf Buchenw√§lder Mischw√§lder (v. a. Buchen, Fichten und Tannen). Die Mischw√§lder setzten sich in den N√∂rdlichen Kalkalpen fort mit Buche, Bergahorn und Fichte, die bis zur nat√ľrlichen Waldgrenze in etwa 1 800 m √ľber dem Meeresspiegel heute immer mehr in den Vordergrund tritt. √úber dem Krummholzg√ľrtel folgen die Zwergstrauchstufe, dar√ľber alpine Matten.
 
Der Einfluss der menschlichen Gesellschaft auf die nat√ľrliche Pflanzendecke war sehr tief greifend. Durch die gro√üen Rodungen seit dem Fr√ľh-MA wurde die urspr√ľngliche Walddecke um etwa zwei Drittel zur√ľckgedr√§ngt, durch die geordnete Forstwirtschaft (seit Ende des 18. Jahrhunderts) wurden schnellw√ľchsige Nadelholzarten (besonders Kiefer und Fichte) in vorher reinen Laubwaldgebieten angepflanzt. W√§lder bedecken gegenw√§rtig noch 29,2 % der Landesfl√§che. Waldreich blieben lediglich die Mittelgebirge und die trockenen, sandigen Schmelzwasseraufsch√ľttungen. Eiche und Buche verloren im Tiefland zugunsten der Kiefer, im Mittelgebirgsland zugunsten der Fichte ihren Standort. Die W√§rme liebenden Traubeneichen-Hainbuchen-Mischw√§lder in den L√∂ssgebieten wurden nahezu v√∂llig verdr√§ngt. Die Tannenbest√§nde gingen weitgehend zur√ľck. Auf den n√§hrstoffarmen Geestb√∂den Nordwestdeutschlands breitete sich die atlantische Zwergstrauchheide aus (L√ľneburger Heide). Seit der Entdeckung Amerikas wurde durch exotische Nadelb√§ume (Douglasie, Weymouthskiefer, Sitkafichte, Japanische L√§rche) das Waldbild bereichert.
 
 
Die Tierwelt in Deutschland umfasst etwa 45 000 Arten und setzt sich √ľberwiegend aus den f√ľr den westlichen Teil der eurasischen Waldzone typischen Arten zusammen, wobei von Westen nach Osten der Anteil an atlantisches Klima gebundener Arten zugunsten von kontinentalen Arten deutlich abnimmt. In den letzten Jahrzehnten hat die Intensivierung der Landnutzung zu erheblichen Ver√§nderungen der Tierwelt gef√ľhrt, zahlreiche Arten sind vom Aussterben bedroht oder zumindest gef√§hrdet und bed√ľrfen des besonderen Schutzes. Ausgerottet wurden beispielsweise Auerochse, Braunb√§r und Wisent. Gro√üraubtiere wie Luchs oder Wolf kommen nur noch in minimalen Individuenzahlen oder sporadisch vor. Unter den Gro√üs√§ugetieren ist es nur Rothirsch, Reh, Wildschwein gelungen, sich in weiten Teilen des Landes an die ver√§nderten Bedingungen anzupassen. Durch intensive Schutzma√ünahmen konnte das Aussterben des Bibers verhindert werden. W√§hrend durch die erfolgreiche Bek√§mpfung der Tollwut die Fuchsbest√§nde erheblich angewachsen sind, haben die Dichten der meisten anderen kleineren Raubtiere mit Ausnahme des Steinmarders deutlich abgenommen. Ganz besonders gef√§hrdet ist der Fischotter. Aber auch verschiedene Kleins√§uger, z. B. die Flederm√§use, verlieren zunehmend geeignete Lebensr√§ume, die noch vor wenigen Jahrzehnten h√§ufigen Feldhasen finden in der intensiv landwirtschaftlich genutzten Landschaft immer weniger geeignete Bedingungen vor, und selbst die einst sch√§dlichen Hamster sind inzwischen vielerorts fast vollst√§ndig verschwunden. Andere Arten wurden erfolgreich eingeb√ľrgert, z. B. Damhirsche und Muffelwild, beziehungsweise haben sich unbeabsichtigt verbreitet wie der nordamerikanische Waschb√§r. Die ebenfalls aus Amerika stammende Bisamratte wurde erst 1906 in B√∂hmen ausgesetzt, ist mittlerweile in weiten Teilen Europas verbreitet und v. a. in Teichwirtschaften ein Problemtier. Vom Aussterben bedroht oder stark gef√§hrdet sind auch zahlreiche Vogelarten, besonders Gro√üv√∂gel wie die Adlerarten oder die Gro√ütrappe. Nur durch intensive Bem√ľhungen des Naturschutzes konnten die Best√§nde von Uhu und Wanderfalke gerade noch gerettet und wieder stabilisiert werden. Vom Bestandsr√ľckgang besonders betroffen sind aber auch wiesenbr√ľtende Arten und zahlreiche Wasserv√∂gel. Andererseits haben sich die Best√§nde von noch vor wenigen Jahren gef√§hrdeten Arten wie Fischreiher und Kormoran wieder so gut erholt, dass lokal Sch√§den in der Fischwirtschaft auftreten. Einige wenige Arten haben sich dem Menschen relativ eng und erfolgreich angeschlossen. Besondere Bedeutung kommt hier den so genannten ¬ĽStadttauben¬ę zu, die wie die Haustauben vielerorts ein erhebliches Problem darstellen (Krankheits√ľbertr√§ger, z. B. von Salmonellen; Taubenzecken, Verschmutzung).
 
Gravierende Ver√§nderungen hat es sowohl bei Lurchen als auch Kriechtieren gegeben. Nahezu alle Arten sind inzwischen durch Lebensraumzerst√∂rung zumindest gef√§hrdet. Besonders dramatisch war auch die Situation im Bereich der S√ľ√üwasserfische. Hier waren es v. a. die Arten der Flie√ügew√§sser, die durch Gew√§sserverschmutzung entweder ganz verschwunden sind oder stark r√ľckl√§ufig waren. Realisierte Ma√ünahmen zur Reinhaltung der Gew√§sser zeigen erste Erfolge, Best√§nde beginnen sich zu erholen, und der Artenreichtum nimmt teilweise wieder zu. Etwa 98 % der einheimischen Tierarten geh√∂ren zu den Wirbellosen. Die dominierende Gruppe sind die Insekten, aber auch Spinnen, Krebs- und Weichtiere sind neben anderen relativ artenreich vertreten. Auch hier sind zahlreiche Arten insbesondere durch Lebensraumvernichtung oder -beeintr√§chtigung inzwischen verschwunden oder gef√§hrdet. Andererseits kommt es durch St√∂rung des biologischen Gleichgewichts (z. B. in Monokulturen) gelegentlich auch zu Massenvermehrungen insbesondere von bestimmten Insektenarten, die dann zu wirtschaftlichen Sch√§den f√ľhren k√∂nnen (z. B. Borkenk√§fer, Nonne, Schwammspinner). Dies gilt auch f√ľr eingef√ľhrte fremdl√§ndische Arten wie den Kartoffelk√§fer.
 
Flora und Fauna werden in Deutschland durch (1995) 12 Nationalparks (insgesamt 7 265 km2), 12 Biosph√§renreservate (12 044 km2), 5 160 Naturschutzgebiete (6 587 km2), 68 Naturparks (56 788 km2) sowie durch 29 Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung (6 712 km2), 6 035 Landschaftsschutzgebiete (83 290 km2) und 635 Naturwaldreservate (205 km2) gesch√ľtzt.
 
 
Mit einer Bev√∂lkerungszahl von 82,2 Mio. (Dezember 1999) ist Deutschland das bev√∂lkerungsreichste Land innerhalb der EU. Das kontinuierliche Wachstum der Bev√∂lkerungszahl nach dem Zweiten Weltkrieg war neben einem anf√§nglichen Geburten√ľberschuss v. a. auf den Zuzug von au√üen zur√ľckzuf√ľhren. Bis 1953 kamen etwa 10,6 Mio. Heimatvertriebene und Fl√ľchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und den angrenzenden Staaten Ost- und S√ľdosteuropas. Die Bev√∂lkerungsentwicklung verlief im geteilten Deutschland recht unterschiedlich. In den alten L√§ndern war bis 1961 die Zuwanderung aus der DDR ma√ügeblich am Wachstum der Bev√∂lkerung beteiligt. Aus der DDR und Berlin (Ost) konnten auch nach dem Bau der Mauer (13. 8. 1961) bis zu deren Fall (9. 11. 1989) 1962-89 zahlreiche Menschen, v. a. Rentner, in die alten L√§nder √ľbersiedeln. Seit den 1960er-Jahren spielte die konjunkturbedingte Zuwanderung ausl√§ndischer Arbeitskr√§fte die gr√∂√üte Rolle. Lediglich in den Jahren 1967, 1974-77 und 1982-84 war ein Abwanderungs√ľberschuss zu verzeichnen.
 
In der DDR nahm nach Kriegsende trotz einer sehr niedrigen Geburten- und einer hohen Sterblichkeitsrate die Bev√∂lkerungszahl infolge des Fl√ľchtlingsstroms und der Umsiedlung bis 1947 zu, dann aber ab 1948 bis 1961 st√§ndig ab. Dazu trugen trotz eines ansteigenden Geburtenniveaus mit einem Geburten√ľberschuss die starke Abwanderung in die alten L√§nder bis 1961 sowie die Bev√∂lkerungsdeformation (hoher Frauen√ľberschuss) als Folge des Krieges bei. Lediglich 1962-67 stieg infolge des Geburten√ľberschusses in der DDR die Bev√∂lkerungszahl noch einmal an, fiel aber nach 1968, trotz eines zeitweisen geringen Geburten√ľberschusses zwischen 1979 und 1985, wegen des h√§ufigen Geburtendefizits und der Abwanderung in die alten Bundesl√§nder stetig wieder ab.
 
Nach 1989 verlie√üen erneut extrem viele Menschen v. a. im arbeitsf√§higen Alter die DDR. Insgesamt wanderten 1961-88 knapp 900 000 Menschen, 1989-99 2,4 Mio. Bewohner aus Ostdeutschland in die alten Bundesl√§nder ab. Die wegen der hohen Arbeitslosigkeit in den neuen Bundesl√§ndern anhaltende Abwanderung besonders junger Menschen, verbunden mit den starken R√ľckg√§ngen der Geburtenzahlen und einem Anstieg des Geburtendefizits in den Jahren 1991-95, f√ľhrte trotz steigender Zuz√ľge aus den westlichen Bundesl√§ndern (1994: 135 800; 1996: 152 000; 1997: 157 000) und der Einwanderung Deutschst√§mmiger besonders aus der GUS zur kontinuierlichen Bev√∂lkerungsabnahme in Ostdeutschland.
 
Im Vergleich zu den Vorjahren verringerte sich in Deutschland wegen der gegen√ľber der Geburtenzahl (1999: 770 700) h√∂heren Zahl von Sterbef√§llen (1999: 846 300) in den 1990er- Jahren der Bev√∂lkerungszuwachs von 0,9 % auf 0,1 %. Dieser Zuwachs beruht ausschlie√ülich auf einem Zuwanderungs√ľberschuss aus dem Ausland (1999: 202 000). Die Zunahme der deutschen Bev√∂lkerung geht auf die Zuwanderung von deutschen Aussiedlern sowie auf den Wechsel der Staatsangeh√∂rigkeit (1999 Einb√ľrgerung von 143 300 ausl√§ndischen Personen) zur√ľck. Die seit 1991 r√ľckl√§ufigen Geburtenzahlen erreichten 1995 den tiefsten Stand der Nachkriegszeit (765 200), nach einem Anstieg auf 812 200 im Jahr 1997 sind sie wieder gesunken (1999: 770 800).
 
Bei den Wanderungsbewegungen von Ausl√§ndern zwischen Deutschland und dem Ausland, die zwischen 1993 und 1998 r√ľckl√§ufig waren, wurden 1999 insgesamt 673 900 Zuz√ľge (75,2 % aus dem europ√§ischen Ausland, darunter 20,7 % aus dem EU-Bereich) und 555 600 Fortz√ľge (77,2 % in das europ√§ische Ausland, darunter 25,9 % in den EU-Bereich) verzeichnet. Die Zahl der aus dem √∂stlichen Ausland nach Deutschland gesiedelten Deutschen ist in den 1990er- Jahren stark gesunken. Waren es 1991 222 000 (66,4 % aus der fr√ľheren Sowjetunion, 18,1 % aus Polen, 14,5 % aus Rum√§nien), 1993 281 100 (94,7 % aus der fr√ľheren Sowjetunion) und 1994 222 600 (95,8 % aus der fr√ľheren Sowjetunion), so kamen 1999 104 900 Aussiedler (98,8 % aus der fr√ľheren Sowjetunion) nach Deutschland. Die Zahl der Fortz√ľge von Deutschen √ľber die Auslandsgrenze, besonders in die EU-Mitgliedsstaaten (34,4 %) sowie in amerikanischen (18,7 %) und asiatischen Staaten (8,4 %), lag 1999 bei 116 400 (1998: 116 400). Bei den Wanderungen innerhalb Deutschlands, die 1999 3,97 Mio. Personen umfassten, verzeichneten 1999 die Bundesl√§nder Baden-W√ľrttemberg, Bayern, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein einen √úberschuss an Zuz√ľgen.
 
Ende 1999 wohnten √ľber 7,3 Mio. Ausl√§nder (1992: 6,5 Mio.) in Deutschland (8,9 % der Gesamtbev√∂lkerung), davon waren Ende 1999 28,0 % T√ľrken, 10,0 % Menschen aus Jugoslawien (Serbien und Montenegro), 8,4 % Italiener, 5,0 % Griechen, 4,0 % Polen, 2,9 % Kroaten, 2,5 % √Ėsterreicher, 2,3 % Bosnier, je 1,8 % Spanier und Portugiesen, 1,6 % Iraner, je 1,5 % Niederl√§nder, Franzosen, Briten und US-Amerikaner sowie 25,7 % Ausl√§nder sonstiger Herkunft. Der Ausl√§nderanteil ist in den neuen L√§ndern wesentlich geringer als in den alten. √úber zwei Drittel aller Ausl√§nder wohnten in Baden-W√ľrttemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen.
 
1990-99 suchten etwa 1,88 Mio. Menschen Asyl in Deutschland; 1999 beantragten insgesamt 95 100 Ausl√§nder (1992: 438 200; 1993: 322 600; 1996: 116 400) Asyl, von den Antr√§gen wurden (1999) 3,0 % anerkannt (1992: 4,3 %; 1993: 3,2 %; 1996: 7,4 %). Aus Jugoslawien (Serbien und Montenegro) kamen (1999) 33,1 %, aus der T√ľrkei 9,5 %, aus dem Irak 9,1 %, aus Afghanistan 4,7 % und aus Afrika 10,1 % der Asylbewerber. Eingeb√ľrgert wurden 1999 insgesamt 143 300 (1998: 106 800) Personen.
 
Der Anteil der weiblichen Bev√∂lkerung (31. 12. 1999) bel√§uft sich auf 51,2 %. Von den (1998) 37,5 Mio. Privathaushalten sind 35,4 % Einpersonenhaushalte (1991: 33,6 %), in denen 16,2 % der Wohnbev√∂lkerung lebt. Ihr Anteil nimmt im Gegensatz zu den Mehrpersonenhaushalten (f√ľnf und mehr Mitglieder) st√§ndig zu.
 
Ende 1998 waren 15,8 % der Bevölkerung unter 15 Jahre alt (16,2 % in den alten Ländern; 14,2 % in den neuen Ländern), 3,4 % 15 bis unter 18 Jahre alt (3,2 %; 4,3 %), 7,7 % 18 bis unter 25 Jahre (7,5 %; 8,6 %), 50,7 % 25 bis unter 60 Jahre alt (50,8 %; 50,5 %), 6,5 % 60 bis unter 65 Jahre (6,4 %; 6,9 %), 15,9 % 65 Jahre und älter (16,0 %; 15,6 %). Die Lebenserwartung in Deutschland lag 1996/98 bei den männlichen Neugeborenen bei 74,04 Jahren (alte Länder 74,42, neue Länder 72,41 Jahre), bei den weiblichen Neugeborenen bei 80,27 Jahren (80,46; 79,45 Jahre).
 
Nachdem Deutschland im Mai 1995 das Europaratsabkommen zum Schutz nationaler Minderheiten unterzeichnet hat, sind vier Volksgruppen (etwa 190 000 Menschen) als nationale Minderheiten anerkannt: die Sinti und Roma, die D√§nen in S√ľdschleswig, die Lausitzer Sorben und die deutschen Friesen.
 
Mit einer durchschnittlichen Bev√∂lkerungsdichte von (1999) 230 Einwohner je km2 (269 Einwohner je km2 in Westdeutschland, 141 Einwohner je km2 in Ostdeutschland) liegt Deutschland unter den europ√§ischen L√§ndern an 4. Stelle (nach den Niederlanden, Belgien sowie Gro√übritannien und Nordirland; ohne Ber√ľcksichtigung der Kleinstaaten). Die Bev√∂lkerungsverteilung ist sehr unterschiedlich, bedingt durch das seit rd. 100 Jahren anhaltende Wachstum der wirtschaftlichen und st√§dtischen Ballungsgebiete. Das √§lteste Ballungsgebiet ist das Ruhrgebiet; weitere R√§ume mit hohen Bev√∂lkerungskonzentrationen sind neben dem Gro√üraum Berlin das Rhein-Neckar-Gebiet, das Rhein-Main-Gebiet, Stuttgart, Hannover, Hamburg, M√ľnchen und N√ľrnberg-F√ľrth, die Ballungsr√§ume Halle-Leipzig, Chemnitz-Zwickau und der Dresdner Elbtalkessel mit dem Zentrum Dresden. In 83 Gro√üst√§dten (100 000 Einwohner und mehr) lebten am 31. 12. 1999 30,8 % der Bev√∂lkerung, in Gemeinden zwischen 50 000 und 100 000 Einwohner. 8,7 %, in Gemeinden zwischen 10 000 und 50 000 Einwohner. 32,5 % und in Gemeinden unter 10 000 Einwohnern 28,0 %. Von der Gesamtbev√∂lkerung waren 1999 36,4 Mio. Erwerbst√§tige, 4,1 Mio. waren erwerbslos.
 
 
Das GG (Art. 4 und 140) verpflichtet den Staat zu Toleranz, Neutralit√§t und Parit√§t gegen√ľber allen Religionen und Religionsgesellschaften und garantiert unter dem Vorbehalt der allgemeinen Staatsgesetze die Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit und die Kultusfreiheit. Die katholische Kirche und die Gliedkirchen der EKD haben den Status von K√∂rperschaften des √∂ffentlichen Rechts; die Freikirchen und √ľbrigen Religionsgesellschaften sind nach dem Vereinsrecht organisiert. Die ¬ĽBuddhistische Religionsgemeinschaft in Deutschland¬ę (1985 gegr√ľndet) strebt die Anerkennung als K√∂rperschaft des √∂ffentlichen Rechts an. Gegenw√§rtig (Ende 2000) haben die katholische Kirche rd. 27 Mio., die Gliedkirchen der EKD rd. 26,9 Mio. Mitglieder (davon rd. 1 beziehungsweise 3,8 Mio. in den neuen L√§ndern und Berlin); rd. 370 000 Christen geh√∂ren evangelischen Frei-, √ľber 1,1 Mio. orthodoxen Christen verschiedenen Ostkirchen an. Die gr√∂√üte nichtchristliche Religionsgemeinschaft bildet der Islam. Die rd. 3 Mio. Muslime (√ľberwiegend t√ľrkischer Herkunft; rd. 10 000 deutsche Muslime) unterhalten rd. 2 200 Gebetsh√§user und Gebetsr√§ume (darunter rd. 70 klassische Moscheen); √ľber 320 000 haben sich in Moscheevereinen oder anderen islamischen Vereinigungen organisiert. Die zahlenm√§√üig gr√∂√üte islamische Einzelgemeinschaft bilden die rd. 200 000 Muslime in Berlin. Die j√ľdischen Kultusgemeinden haben rd. 83 000 Mitglieder; die gr√∂√üten j√ľdischen Einzelgemeinden sind Berlin mit √ľber 11 000, M√ľnchen mit √ľber 7 200 und Frankfurt am Main mit rd. 6 600 Mitgliedern. Durch den Zuzug j√ľdischer Auswanderer aus der GUS, von denen ein gro√üer Teil den Kontakt zu den Gemeinden aufnimmt, ist die j√ľdische Gemeinschaft weiter im Wachsen begriffen. Verbindung mit den rd. 200 buddhistischen Zentren und Meditationsgruppen pflegen etwa 200 000 den Buddhismus praktizierende beziehungsweise an ihm interessierte Menschen. Den Zeugen Jehovas geh√∂ren nach Eigenangaben rd. 167 000, der ¬ĽScientology Kirche Deutschland¬ę maximal 10 000 aktive Mitglieder an. Insgesamt werden in Deutschland etwa 800 000 Menschen religi√∂s beziehungsweise weltanschaulich orientierten Gemeinschaften (Sekten und so genannten Psychogruppen) zugerechnet.
 
 
Die Schulpolitik liegt ausschließlich und der Unterhalt der staatlichen Bildungseinrichtungen mit einigen Ausnahmen (z. B. Hochschulen der Bundeswehr) in der Zuständigkeit der Länder. Ihre Koordination ist Aufgabe der Kultusministerkonferenz. Es besteht allgemeine Schulpflicht vom 6. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr, davon sind mindestens neun (in einigen Ländern zehn) Jahre Vollzeitschule und drei (zwei) Jahre Berufsschule zu absolvieren. In den alten Ländern besteht meist ein auf der Grundschule fußendes dreigliedriges Schulsystem aus Hauptschule (5./7.-9./10. Schuljahr), Realschule (5./7.-10. Schuljahr) und Gymnasium (5./7.-13. Schuljahr). In einigen Ländern gibt es auch integrierte Gesamtschulen, in denen jeweils ein Abschluss in einem der drei Schultypen innerhalb einer Schule erworben werden kann. Die Alphabetisierungsquote beträgt 99 %.
 
Die neuen L√§nder √ľbernahmen entsprechend den Vorgaben des Einigungsvertrages prinzipiell die Strukturen des allgemeinen wie des beruflichen Bildungswesens. Das gilt uneingeschr√§nkt f√ľr die vierj√§hrige (in Berlin und Brandenburg sechsj√§hrige) Grundschule als eigenst√§ndige Schulart (w√§hrend die Klassen im Schulwesen der DDR organisatorisch als Unterstufe der polytechnischen Oberschule, Abk√ľrzung POS, eingerichtet waren) und f√ľr das Gymnasium. Es trat an die Stelle der erweiterten Oberschule (EOS) der DDR. Die integrierte Gesamtschule, zu der auch eine gymnasiale Oberstufe geh√∂ren kann, wurde besonders in Brandenburg eingef√ľhrt. Diese Schulart wird v. a. auch von Berlin, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen sowie Schleswig-Holstein getragen. Anstelle von Haupt- und Realschule gibt es in den meisten neuen L√§ndern eine sechsj√§hrige Schulart, die beide Bildungsg√§nge zusammenfasst. Sie tr√§gt je nach Land andere Namen, z. B. Regelschule (Th√ľringen), Sekundarschule (Sachsen-Anhalt) oder Mittelschule (Sachsen). In den alten L√§ndern gibt es diese Schulart z. B. in Hamburg (integrierte Haupt- und Realschule), Hessen (verbundene Haupt- und Realschule) und in Rheinland-Pfalz (regionale Schule). 1993 beschloss die Kultusministerkonferenz gemeinsame Standards f√ľr den mittleren Schulabschluss in den F√§chern Deutsch, Mathematik und erste Fremdsprache. Die gymnasiale Oberstufe wurde mit Ausnahme von Brandenburg und dem Ostteil Berlins in allen neuen L√§ndern zun√§chst nicht in der sich √ľber drei Jahre erstreckenden Form √ľbernommen, sondern das Abitur wird wie in der ehemaligen EOS nach zw√∂lf Jahren abgelegt. Der Unterricht in der Einf√ľhrungsphase ist sowohl in der Organisationsform des Klassenverbandes als auch kursgegliedert m√∂glich. In Nordrhein-Westfalen kann an Kollegschulen ein doppelt qualifizierender Abschluss, d. h. neben dem Abitur auch ein beruflicher Abschluss erworben werden, ebenso in Brandenburg an den Fachgymnasien, was an denen anderer L√§nder nicht vorgesehen ist. Berufsoberschulen f√ľhren zur fachgebundenen Hochschulreife (durch Erg√§nzungspr√ľfungen auch zur allgemeinen Hochschulreife). Abendschulen und/oder Kollegs gibt es in fast allen L√§ndern.
 
In der beruflichen Bildung wurde in den neuen L√§ndern das duale System nach westlichem Muster eingef√ľhrt, betriebliche Ausbildungspl√§tze in der freien Wirtschaft fehlen allerdings noch. Auch die Berufsfach-, Fachober- und Fachschulen nach dem Muster der Einrichtungen im Gebiet der alten L√§nder befinden sich in den neuen L√§ndern erst im Aufbau.
 
Auf dem Hochschulsektor kam es (abgesehen von einigen Schlie√üungen) zur Einstufung der bestehenden Hochschuleinrichtungen teils in Fachhochschulen, teils in Universit√§ten. Die fr√ľher an der Akademie der Wissenschaften der DDR organisierte Forschung wurde auf Empfehlung des Wissenschaftsrates evaluiert und die Einrichtungen wurden entsprechend der Bewertung teils aufgel√∂st, teils an die Hochschulen zur√ľckverlegt (in √úbergangsregelungen vielfach von den westlichen Forschungsorganisationen betreut), teils als Institut der Max-Planck-Gesellschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft zur F√∂rderung der angewandten Forschung weitergef√ľhrt oder in die Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e. V. aufgenommen.
 
 
Presse: 2000 erschienen 382 Tageszeitungen mit einer verkauften Gesamtauflage von rd. 24 Mio. Exemplaren, darunter acht Stra√üenverkaufszeitungen (Auflage 5,72 Mio.) und zehn √ľberregionale Zeitungen (1,71 Mio.). Es kamen ferner 25 Wochenzeitungen (2,02 Mio.) sowie sieben Sonntagszeitungen (4,48 Mio.) heraus. Die einflussreichsten, √ľberregional erscheinenden Zeitungen sind die ¬ĽFrankfurter Allgemeine¬ę (verkaufte Auflage werktags 390 500, samstags 473 000), ¬ĽS√ľddeutsche Zeitung¬ę (380 000 beziehungsweise 536 000), ¬ĽFrankfurter Rundschau¬ę (176 000 beziehungsweise 251 000), ¬ĽDie Welt¬ę (257 000), ¬Ľtaz¬ę (53 000) sowie die 2000 neu gegr√ľndete ¬ĽFinancial Times Deutschland¬ę (60 700). Auflagenst√§rkste Zeitung ist das Boulevardblatt ¬ĽBild¬ę (4,48 Mio.). Von den 21 in Deutschland erscheinenden fremdsprachigen Zeitungen sind die auflagenst√§rksten die t√ľrkischen Tageszeitungen ¬ĽH√ľrriyet¬ę (verkaufte Auflage 40 100; IVW-gepr√ľft), ¬ĽT√ľrkye¬ę (Druckauflage 5 000), ¬ĽMilliyet¬ę (Druckauflage 22 000) und ¬ĽSabah¬ę (verkaufte Auflage 42 400; eigene Angabe) sowie die Frauenwochenzeitung ¬ĽHafta Sonu¬ę (52 000), die kroatische Tageszeitung ¬ĽVeńćernji List¬ę (20 000), die jugoslawische ¬ĽVesti¬ę (41 000), die griechische ¬ĽMakedonia¬ę (15 000), der italienische ¬ĽCorriere d'Italia¬ę (7 000) sowie die russische Wochenzeitung ¬ĽRusskaja Germanija¬ę (65 000), ferner die amerikanische Soldatenzeitung ¬ĽStars and Stripes¬ę (54 000; jeweils Druckauflage) sowie die Europaausgaben der gro√üen internationalen Tageszeitungen wie ¬ĽInternational Herald Tribune¬ę, ¬ĽWall Street Journal¬ę, ¬ĽThe Times¬ę, ¬ĽLe Monde¬ę u. a. - Im Bereich der Zeitungsverlage sind trotz mittelst√§ndischer Pr√§gung des Pressesektors, einer hohen Zahl von Zeitungstiteln (1 576 Ausgaben) und starker Regionalisierung des Angebots Konzentrationstendenzen und der Trend zur Bildung von Zeitungsketten im Gange: Zehn Verlagsgruppen kontrollieren √ľber die H√§lfte (55,9 %) der Gesamtauflage der Tageszeitungen, darunter die Axel Springer Verlag AG sowie die Verlagsgruppen WAZ, Stuttgarter Zeitung/Die Rheinpfalz/S√ľdwest Presse, DuMont Schauberg und S√ľddeutsche Zeitung/Friedmann Erben.
 
In Deutschland erscheinen (2000) insgesamt 1 942 (auflagengepr√ľfte) Zeitschriften mit einer Gesamtauflage von 148,4 Mio. Exemplaren, darunter 852 Publikumszeitschriften (130,7 Mio.), 1 090 Fachzeitschriften (17,7 Mio.) und 92 Kundenzeitschriften (45,7 Mio.). Zu den auflagenst√§rksten Periodika geh√∂ren die monatliche ADAC-Mitgliederzeitschrift ¬ĽADAC Motorwelt¬ę (13,11 Mio.), das Boulevardmagazin ¬ĽBild am Sonntag¬ę (2,57 Mio.), die Programmzeitschriften ¬ĽTV Movie¬ę (2,47 Mio.) und ¬ĽTV Spielfilm¬ę (2,28 Mio.), die Frauenzeitschriften ¬ĽBild der Frau¬ę (1,69 Mio.), ¬ĽNeue Post¬ę (1,35 Mio.), ¬ĽFreizeit Revue¬ę (1,11 Mio.) und ¬Ľtina¬ę (1,02 Mio.), ferner die Magazine ¬ĽStern¬ę (1,14 Mio.) und ¬ĽDer Spiegel¬ę (1,08 Mio.). - Mehr als die H√§lfte (58,3 %) aller Publikumszeitschriften kommen in den vier Gro√üverlagen Heinrich Bauer Verlag KG, Axel Springer Verlag AG, Burda Holding GmbH & Company KG und Gruner + Jahr AG & Company heraus. - Nachrichtenagenturen: Die Deutsche Presseagentur (dpa), Hamburg, gegr√ľndet 1949, ist eine genossenschatliche Organisation von Zeitungsverlagen und √∂ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Die ehemalige amtliche Nachrichtenagentur ADN (gegr√ľndet 1946) der DDR wurde mit ddp (gegr√ľndet 1971) zur ddp/ADN GmbH zusammengefasst, seit 1999 im Besitz der ProSieben Media AG beziehungsweise ProSiebenSat.1 Media AG, Unterf√∂hring, seit 2000 unter dem Namen ddp. Weitere Agenturen sind u. a. die Wirtschafts- und Finanznachrichtenagentur vwd Vereinigte Wirtschaftsdienste GmbH (gegr√ľndet 1949, Eschborn) und der Sport-Informationsdienst (sid), au√üerdem die Nachrichtenagenturen der beiden gro√üen Kirchen: Evangelischer Pressedienst (epd, gegr√ľndet 1910) und Katholische Nachrichtenagentur GmbH (KNA, gegr√ľndet 1952). Seit 2001 existiert ferner mit der ddp/vwd Wirtschaftsnachrichten GmbH als Jointventure der Agenturen ddp und vwd eine Spezialagentur f√ľr verbraucherrelevante Wirtschaftsinformationen, insbesondere f√ľr regionale Zeitungen und Magazine. Des Weiteren sind alle gro√üen internationalen Agenturen mit ihren B√ľros in Deutschland vertreten. - Rundfunk: In Deutschland existiert ein duales Rundfunksystem, d. h. ein Nebeneinander von √∂ffentlich-rechtlichen und privaten Sendeanstalten. Die 10 selbstst√§ndigen in der ARD (Arbeitsgemeinschaft der √∂ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland) zusammengeschlossenen √∂ffentlich-rechtlichen Landesrundfunkanstalten Bayerischer Rundfunk/BR, M√ľnchen; Hessischer Rundfunk/HR, Frankfurt am Main; Mitteldeutscher Rundfunk/MDR, Leipzig; Norddeutscher Rundfunk/NDR, Hamburg; Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg/ORB, Potsdam; Radio Bremen/RB; Saarl√§ndischer Rundfunk/SR, Saarbr√ľcken; Sender Freies Berlin/SFB; S√ľdwestrundfunk/SWR, Baden-Baden, Stuttgart, Mainz; Westdeutscher Rundfunk/WDR, K√∂ln, liefern gemeinsam t√§glich das bundesweite Erste Deutsche Fernsehen und veranstalten die regionalen dritten Fernsehprogramme sowie in ihrem Sendegebiet mehrere H√∂rfunkprogramme (insgesamt 51). Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF), Mainz, verbreitet ein bundesweites Fernsehprogramm und ist an den √ľber Kabel und Satellit √ľbertragenen Kulturprogrammen 3sat (Start 1984, gemeinsam mit der ARD, dem √∂sterreichischen und dem schweizerischen √∂ffentlich-rechtlichen Rundfunk: ORF und SRG) und ARTE (Start 1992, mit der ARD und dem franz√∂sischen Partner ARTE France) sowie den Spartenprogrammen Phoenix (Dokumentation) und Kinderkanal (beide seit 1997) beteiligt. Die Bundesrundfunkanstalt √∂ffentlichen Rechts, Deutsche Welle, verbreitet √ľber mehrere Satelliten H√∂rfunkprogramme in 30 Sprachen und seit 1. 4. 1992 ein aktuelles Fernsehinformationsprogramm (DW-tv) in deutscher, englischer und spanischer Sprache f√ľr das Ausland (Europa, Nord-, Mittel- und S√ľdamerika, teilweise Afrika, Asien und Australien). Am 1. 9. 2001 ging der von privaten Gesellschaftern gegr√ľndete Auslandsfernsehsender Channel D auf Sendung. Der Deutschlandfunk, RIAS-Berlin und der ehemalige DDR-H√∂rfunksender DS Kultur wurden am 1. 1. 1994 zum bundesweiten DeutschlandRadio zusammengeschlossen. Der Sender wird von ARD und ZDF gemeinsam getragen, Sitz in K√∂ln und Berlin. Er verbreitet zwei werbefreie H√∂rfunkprogramme mit Schwerpunkt in den Bereichen Nachrichten/Information (K√∂ln) und Kultur (Berlin). Die Privatfernsehsender RTL (Start 1984), Sat.1 (1984), ProSieben (1989), VOX (1992) und RTL 2 (1993) als Vollprogramme sowie der Sportsender DSF (1993) verf√ľgen, zum Teil l√§nderweit begrenzt, auch √ľber terrestrische Frequenzen. Die √ľbrigen Sender (Kabel 1, 1992; Super RTL, 1995; Neun Live (1995-2001 unter der Bezeichnung tm3) strahlen ihre Programme ausschlie√ülich √ľber Kabel und Satellit (Astra, Eutelsat) aus. Daneben existieren zahlreiche weitere Spartensender und Programme ausl√§ndischer Anbieter, z. B. n-tv, N24, CNN, NBC (Nachrichten), Bloomberg TV (Wirtschaft), Eurosport (Sport), MTV, VH 1, Viva, Viva 2, Onyx (Musik), Home Shopping Europe, QVC (Teleshopping), TV 5 (franz√∂sisch), TRT (t√ľrkisch), TVE (spanisch). Neben dieser F√ľlle von Free-TV-Programmen gibt es seit 1991 den Pay-TV-Sender Premiere, der 1999 mit DF 1 (gegr√ľndet 1996), dem digitalen Pay-TV-Sender der KirchGruppe, zu Premiere World fusionierte. In Deutschland verbreiten ferner seit 1986 mehr als 200 (davon etwa 20 bundesweite) private H√∂rfunksender Programme, zumeist Popmusik und aktuelle Informationen.
 
 Wirtschaft und Verkehr:
 
 
Deutschland geh√∂rt zu den f√ľhrenden Industriestaaten der Erde. Mit einem Bruttosozialprodukt (BSP) von (1999) 3 839,5 Mrd. DM (je Einwohner 46 800 DM) z√§hlt es zu den L√§ndern mit hohem Lebensstandard. Im internationalen Vergleich lag Deutschland mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) je Einwohner von (1998) 26 225 US-$ an 11. Stelle, nach der Wirtschaftskraft, gemessen am BIP, mit (1999) 3 877,1 Mrd. DM hinter den USA und Japan an 3. Stelle der OECD-Staaten.
 
Auf dem heutigen Gebiet Deutschlands existierten bis zur Wiedervereinigung am 3. 10. 1990 zwei Staaten, die mehr als 40 Jahre lang wirtschaftlich und politisch getrennt waren. Mit der Schaffung der W√§hrungs-, Wirtschafts- und Sozialunion am 1. 7. 1990 wurde die DDR aus dem zwischen den RGW-L√§ndern Mittel- und Osteuropas entstandenen System des planwirtschaftlich organisierten G√ľteraustauschs mit starker regionaler Spezialisierung herausgel√∂st und in das System der sozialen Marktwirtschaft integriert. Der √úbergang in das neue System war f√ľr die ostdeutschen L√§nder mit erheblichen Anpassungsschwierigkeiten verbunden, u. a. massive Produktionseinbr√ľche, hohe Arbeitsplatzverluste und nahezu vollst√§ndiger Wegfall der bisherigen ausl√§ndischen Absatzm√§rkte infolge der W√§hrungsumstellung. Ein besonderes Problem bildete die notwendige Privatisierung der verstaatlichten Unternehmen und Produktionsst√§tten. Diese Aufgabe wurde von der hierf√ľr gegr√ľndeten Treuhandanstalt √ľbernommen, die ihre wesentlichen Aufgaben bis Ende 1994 weitgehend abschlie√üen konnte. Der drastische R√ľckgang der Produktion kam 1992 zum Stillstand. Der Anteil der ostdeutschen L√§nder am BIP lag 1998 bei 11,4 %. Das BIP je Erwerbst√§tigen lag hier (1999) mit 65 571 DM bei rd. 57,7 % der Pro-Kopf-Leistung im fr√ľheren Bundesgebiet (113 551 DM), was eine betr√§chtliche Produktivit√§tssteigerung gegen√ľber 1991 bedeutet (28 100 DM beziehungsweise 31 %).
 
In der Wirtschaftsstruktur und der wirtschaftlichen Entwicklung bestehen auch mehrere Jahre nach der Vereinigung noch deutlicher Unterschiede. Eines der Hauptprobleme ist die seit der Wiedervereinigung erstmals in den ostdeutschen L√§ndern auftretende Arbeitslosigkeit, die in der Planwirtschaft der DDR nie offen zutage trat. Die Zahl der Arbeitslosen, die 1990-92 stark anstieg und 1994/95 leicht r√ľckl√§ufig war, lag 1999 in den neuen L√§ndern bei 1,39 Mio. (1991: 0,9 Mio.). Auch in den alten L√§ndern nahm 1990-94 und nach einem kurzzeitigen R√ľckgang in der zweiten Jahresh√§lfte 1995 (auf durchschnittlich 2,56 Mio.) die Zahl der Arbeitslosen seit Ende 1995 wieder zu, nimmt jedoch seit 1999 im Jahresdurchschnitt wieder leicht ab, w√§hrend im Gegensatz dazu in den neuen L√§ndern bis in das Jahr 2000 weiterhin ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen zu verzeichnen war (seit 1995 von 14,0 % auf 18,9 %). Einer der Gr√ľnde hierf√ľr ist die weltweite Rezession, die Deutschland 1993 erfasste. Nach einer leichten Erholung 1994 schw√§chte sich 1995-99 die Konjunktur merklich ab, in den neuen L√§ndern lag 1998 das Wachstumstempo trotz einer hohen Investitionst√§tigkeit (1998 pro Kopf der Bev√∂lkerung um 30 % h√∂her als in den alten L√§ndern) unter dem in den alten L√§ndern, das erwirtschaftete BIP betrug 1998 pro Kopf im Osten 28 000 DM, im Westen 50 000 DM. Im Unterschied zu den Arbeitslosenquoten haben sich die Inflationsraten in Ost- und Westdeutschland auf niedrigem Niveau angeglichen. Das reale Wachstum des BIP lag 1998 in den neuen L√§ndern bei 2,0 % und im fr√ľheren Bundesgebiet bei 4 %. Das ausgabef√§hige Einkommen der privaten Haushalte in den neuen L√§ndern lag (1998) bei 4 029 DM und erreichte 75,2 % des Einkommens im fr√ľheren Bundesgebiet (5 359 DM). Damit hat sich der Einkommensunterschied zwischen Ost- und Westdeutschland deutlich verringert (1991: 47 % des Einkommens in Westdeutschland; 1998: 75 %).
 
Die Finanzierung der deutschen Einheit, aber auch die finanzwirtschaftlichen Folgen der Rezession belasten den Staatshaushalt erheblich. 1991-98 wurden brutto insgesamt 1 186 Mrd. DM an die ostdeutschen L√§nder transferiert. Das in der Konsequenz schnell steigende Finanzierungsdefizit der √∂ffentlichen Hand (√∂ffentliche Schulden) erzwang Steuer- und Abgabenerh√∂hungen, die sich in einer Erh√∂hung der Staatsquote von (1989) 45,8 % auf (1999) 48,4 % niederschlug. Wirtschaftspolitisch strebt die Bundesregierung u. a. einen Umbau des Sozialsystems hin zu mehr privater Vorsorge, den Abbau von Subventionen und eine forcierte Privatisierung an. √úber eine Flexibilisierung der Arbeitsm√§rkte, l√§ngere Maschinenlaufzeiten, eine Steuerentlastung der Unternehmen, F√∂rderung von Forschung und Technologie und mehr Wettbewerb durch Abbau staatlicher Regulierung soll der ¬ĽWirtschaftsstandort Deutschland¬ę gesichert werden.
 
 
In Deutschland sind mit (1999) 968 000 Personen nur noch 2,7 % aller Erwerbst√§tigen in der Landwirtschaft besch√§ftigt; die Zahl der Besch√§ftigten in der ostdeutschen Landwirtschaft (einschlie√ülich Forstwirtschaft) hat sich 1995-99 um 8 % (von 236 000 auf 218 000) verringert (im Vergleich zu 1989 um √ľber 80 %). Der Anteil der Landwirtschaft an der Bruttowertsch√∂pfung ist auf (1999) 1,2 % gesunken. Die Struktur der landwirtschaftlichen Betriebe in West- und Ostdeutschland f√§llt sehr unterschiedlich aus. W√§hrend es im fr√ľheren Bundesgebiet (1999) 441 567 Betriebe mit einer landwirtschaftlichen Nutzfl√§che von 11,5 Mio. ha gab, existierten in den neuen L√§ndern lediglich 30 393 Betriebe mit einer Fl√§che von 5,6 Mio. ha. Entsprechend ist die durchschnittliche landwirtschaftliche Fl√§che eines Betriebs in Ostdeutschland mit 184,4 ha um das Siebenfache gr√∂√üer als in Westdeutschland (26 ha). Im fr√ľheren Bundesgebiet haben 84,4 % aller Betriebe eine Gr√∂√üe von bis 50 ha, in den neuen L√§ndern verf√ľgen 96,2 % der Betriebe √ľber Fl√§chen von 50 ha und mehr. Die Ursache f√ľr den Strukturunterschied liegt darin, dass im fr√ľheren Bundesgebiet die b√§uerlichen Familienbetriebe vorherrschen, w√§hrend in der DDR die einzelb√§uerliche Landwirtschaft mit der Zwangskollektivierung 1952-60 weitgehend zerschlagen worden war. Die danach eingef√ľhrten staatlichen oder genossenschatlichen Gro√übetriebe bewirtschafteten in der Regel mehrere tausend ha und waren entweder auf Pflanzen- oder auf Tierproduktion spezialisiert. Die Umstrukturierung der Landwirtschaft in den neuen L√§ndern, die seit 1993 insgesamt die EG-Normen erf√ľllt, verlief nach der Wiedervereinigung nicht immer reibungslos. Das Programm zum Fl√§chenerwerb sieht die weitere Privatisierung des ehemaligen ¬Ľvolkseigenen Bodens¬ę vor. Die Bildung von Familienbetrieben (Neu- und Wiedereinrichter) wurde u. a. durch ungekl√§rte Eigentumsverh√§ltnisse, einen √ľberalterten Maschinen- und Ger√§tepark, unzureichende Wirtschaftsgeb√§ude und Absatzschwierigkeiten, geringes Eigenkapital und hohe Kreditaufnahmen behindert (landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, volkseigene G√ľter).
 
Der Anteil der Ackerfl√§chen an der landwirtschaftlich genutzten Fl√§che betrug 1999 68,8 %, der des Gr√ľnlands 29,8 %; 0,6 % sind Rebland, 0,4 % Obstanlagen und 0,2 % sonstige Fl√§chen. Das Ackerland wird haupts√§chlich f√ľr den Anbau von Getreide (1999: 56,1 %), Futterpflanzen (14,1 %), Raps (10,1 %) und Hackfr√ľchten (6,8 %) genutzt. Gr√∂√üere Ver√§nderungen gab es aber beim anteiligen Anbau der einzelnen Getreidearten, so haben z. B. die ertragreichen Arten Weizen und Wintergerste den Anbau von Roggen und Hafer zur√ľckgedr√§ngt. Eine deutliche Zunahme erf√§hrt der Anbau von Raps u. a. √Ėlsaaten. Hauptanbauprodukte sind Weizen (1999: 19,6 Mio. t), Gerste (13,3 Mio. t), Roggen (4,3 Mio. t), Hafer (1,3 Mio. t), Raps (4,3 Mio. t) und K√∂rnermais (3,3 Mio. t). Bei den Hackfr√ľchten √ľberwiegen Kartoffeln (11,6 Mio. t) und Zuckerr√ľben (27,6 Mio. t). Silomais und Runkelr√ľben dominieren bei den Futterpflanzen. Mit einer Getreideernte von (1999) 44,6 Mio. t lag Deutschland weltweit an 8. Stelle und innerhalb der EU an 2. Stelle nach Frankreich. In der EU nimmt Deutschland in der Zuckerr√ľbenproduktion hinter Frankreich den 2. und bei Kartoffeln den 1. Platz ein. Im Bereich der Sonderkulturen hat Deutschland nur im Hopfenanbau Weltgeltung. Mit etwa einem Drittel der Welterzeugung (1999: 29 000 t) ist Deutschland hinter den USA der zweitgr√∂√üte Hopfenproduzent der Erde. Die Erntemenge bei Gem√ľse betr√§gt (1999) 2,5 Mio. t, bei Obst 1,33 Mio. t. Die in Deutschland produzierte Weinmenge entspricht (1998) nur rd. 16 % der Produktion Frankreichs beziehungsweise Italiens (1998: 8,4 Mio. hl; 4. Stelle in der EU).
 
Einen Schwerpunkt der Landwirtschaft bildet die Erzeugung hochwertiger tierischer Veredelungsprodukte. Unter den EU-Staaten steht Deutschland in der Milchproduktion an 1. Stelle und bei der Fleischproduktion an 2. Stelle hinter Frankreich (weltweit an 4. beziehungsweise 5. Stelle). Erzeugt wurden (1999) 28,3 Mio. t Milch, 427 029 t Butter, 845 602 t K√§se und 748 350 t Frischk√§se oder Quark, (1998) 14,2 Mrd. Eier sowie (1999) 4,0 Mio. t Schweine- und 1,3 Mio. t Rindfleisch. Deutschland besitzt in der EU die gr√∂√üten Schweinebest√§nde (1998: 26,0 Mio.) und den drittgr√∂√üten Rinderbestand (1998: 14,9 Mio., darunter 4,8 Mio. Milchk√ľhe). Der Verbrauch von Handelsd√ľngern und Pflanzenschutzmitteln, deren Einsatz eine Belastung von B√∂den, Gew√§ssern und Nahrungsmitteln bedeutet, geht seit Mitte der 1980er-Jahre in den alten L√§ndern leicht zur√ľck. Ursachen hierf√ľr sind Extensivierungsma√ünahmen, Stilllegung landwirtschaftlicher Nutzfl√§chen, verbesserte Ausbringungstechniken und h√∂here spezifische Wirksamkeit der Produkte. Das Auftreten der ersten BSE-F√§lle veranlasste die Bundesregierung gegen Jahresende 2000, Ma√ünahmen f√ľr eine zuk√ľnftig mehr √∂kologisch gepr√§gte Landwirtschaft zu erw√§gen, die eine √ľbersteigerte industriem√§√üig betriebene Landwirtschaft, v. a. im Bereich der Tierproduktion, ersetzen soll. Rd. 89 % des Nahrungsmittelbedarfs k√∂nnen in Deutschland aus heimischen Produktion gedeckt werden. Der Selbstversorgungsgrad betrug 1999 bei Getreide 122 %, bei Milch 98,3 %, bei Fleisch 84,4 % und bei Eiern 73,7 %.
 
 
Die Wälder werden hauptsächlich von (1999) 26 409 Forstbetrieben (7,4 Mio. ha) und 272 930 landwirtschaftlichen Betrieben mit Wald (8,9 Mio. ha) bewirtschaftet. Die Waldflächen sind zu 52,7 % Staats-, zu 28,6 % Körperschafts- und zu 18,7 % Privatwald. Von der Waldfläche waren 1999 41 % schwach und 22 % deutlich geschädigt (Waldsterben). In Deutschland wurden (1998) 39,1 Mio m3 Holz eingeschlagen.
 
 
Durch die Wiedervereinigung wurden die f√ľr die westdeutsche Hochsee- und K√ľstenfischerei zug√§ngliche Gew√§sser um gr√∂√üere Bereiche der Ostsee erweitert. Gleichzeitig k√∂nnen aber die ehemaligen Fangrechte der ostdeutschen Fischereiflotte im S√ľd- und Zentralatlantik nicht mehr genutzt werden. Wichtigstes deutsches Fanggebiet ist weiterhin die Nordsee. Die Fangmenge der Fischerei lag 1999 bei 269 700 t (v. a. Hering, Rotbarsch und Seelachs). Die Anlandungen der Hochseeflotten erfolgen √ľberwiegend in Cuxhaven und Bremerhaven. Rostock hat seine Bedeutung als Fischereihafen f√ľr die stark verringerte ostdeutsche Fangflotte weitgehend verloren. Am 1. 1. 1995 wurden die Hoheitsgew√§sser vor den deutschen K√ľsten auf 12 Seemeilen ausgedehnt.
 
 
Deutschland z√§hlt zu den rohstoffarmen L√§ndern. Ausnahmen sind lediglich die ergiebigen Lagerst√§tten von Braunkohle, Steinkohle und Salz. Deutschland verf√ľgt nach Russland und den USA mit etwa 56 Mrd. t √ľber die drittgr√∂√üten wirtschaftlich nutzbaren Braunkohlevorkommen der Erde (11 % der Weltvorr√§te). Die gr√∂√üten Braunkohlelager befinden sich in der Niederrheinischen Bucht und in der Leipziger Tieflandsbucht sowie in der Niederlausitz, in geringerem Umfang in der Westhessischen Senke und in der Oberpfalz. Die Steinkohlevorkommen im Rheinisch-Westf√§lischen Industriegebiet, im Aachener Raum und im Saarrevier belaufen sich auf 23,9 Mrd. t (knapp 5 % der Weltvorr√§te). Weitere Bodensch√§tze sind die Steinsalzlager in Niedersachsen und in Bayern, die Kalisalze in Niedersachsen, in Hessen und Th√ľringen und in S√ľdbaden, die Erd√∂llagerst√§tten in Nordwestdeutschland, die Erdgasvorkommen im Norddeutschen Tiefland, im Oberrheinischen Tiefland und im bayerischen Alpenvorland.
 
Als traditionell wichtiger Sektor hat der Bergbau in den alten L√§ndern schon w√§hrend der letzten drei Jahrzehnte und in den neuen L√§ndern verst√§rkt seit der Wiedervereinigung stark an Bedeutung verloren. Mit 70 868 Besch√§ftigten waren in Deutschland 1999 nur noch 0,6 % aller Besch√§ftigten des produzierenden Gewerbes im Bergbau t√§tig (neue L√§nder: 1,4 %). Braunkohle ist seit der Wiedervereinigung der wichtigste heimische Energierohstoff. 2000 wurden aus Tagebauen mit einer Gesamtfl√§che von (1998) 66 659 ha 168 Mio. t abgebaut, davon 40 % in den neuen L√§ndern; dort hat sich die F√∂rderung seit 1989 (damals 300,8 Mio. t) mehr als halbiert, wobei der R√ľckgang im Mitteldeutschen Revier um 85 % auf (1999) 13,8 Mio. t besonders drastisch ausfiel. Im Steinkohlebergbau lag die F√∂rdermenge bei (1999) 39,5 Mio. t (weltweit 1998 an 11. Stelle). Wegen der zunehmend schwierigeren Abbaubedingungen und der sehr hohen Arbeitskosten hat die deutsche Steinkohle ihre internationale Wettbewerbsf√§higkeit eingeb√ľ√üt (Kohlekrise); der inl√§ndische Absatz von Steinkohle wird zurzeit noch subventioniert (Kohlepfennig).
 
Von Bedeutung ist weiterhin der Salzbergbau: 1998 wurden 3,5 Mio. t (Gewichtsangabe nach K2O-√Ąquivalent) Kalisalz, 1999 7,7 Mio. t Stein- und 1,2 Mio. t Siedesalz gewonnen. Die F√∂rderung von Erzen spielt keine Rolle mehr. Die inl√§ndische Erd√∂lf√∂rderung erreichte (1999) 2,7 Mio. t, die Erdgasgewinnung lag 1998 bei 16,8 Mrd. m3.
 
 
Beim Primärenergieverbrauch war Deutschland 1999 zu 73,3 % auf Einfuhren angewiesen. Der Gesamtenergieverbrauch lag (2000) bei 483,6 Mio. t Steinkohleeinheiten (SKE). Wichtigster Primärenergieträger ist Erdöl mit 38,6 %, gefolgt von Kohle mit 24,4 % (Steinkohle 13,5 %, Braunkohle 10,9 %) und Erdgas mit 21,1 %, das weiterhin an Bedeutung gewinnt (1970: 5,5 %). Der Anteil der Kernenergie ist seit 1970 (0,6 %) ständig gestiegen und lag (2000) bei 13,0 %.
 
Die Situation in den neuen L√§ndern ist gekennzeichnet durch einen tief greifenden Wandel in der Energieversorgungsstruktur. Der Anteil der Braunkohle an der Prim√§renergieversorgung ist durch die tief greifende wirtschaftliche Umstrukturierungen sowie durch einen effizienteren Energieeinsatz stark zur√ľckgegangen. Seit September 1995 verf√ľgt Deutschland wieder √ľber ein einheitliches Stromnetz, das im Dezember 1954 getrennt worden war.
 
An der Elektrizit√§tserzeugung von (1998) 553,4 Mrd. kWh waren v. a. die Energietr√§ger Kernenergie (29,2 %), Steinkohle (27,7 %), Braunkohle (25,2 %) und Erdgas (11,2 %) beteiligt. Ende 1999 waren in Deutschland 19 Kernkraftwerke mit einer Kapazit√§t von 22 122 MW in Betrieb. In den ostdeutschen L√§ndern wird Elektrizit√§t vorwiegend aus Braunkohle (1998: etwa 80 %) erzeugt. In den n√§chsten etwa drei√üig Jahren ist in Deutschland die Beendigung der Kernenergienutzung zur Stromerzeugung vorgesehen (Atomausstieg). In der Nutzung der Windkraft (mit 2,5 % an der Elektrizit√§tserzeugung beteiligt) ist D. weltweit f√ľhrend.
 
 
Das produzierende Gewerbe (Bergbau, verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe) hat in den vergangenen Jahren gegen√ľber dem Dienstleistungssektor sowohl hinsichtlich der Bruttowertsch√∂pfung als auch der Besch√§ftigung weiter an Bedeutung verloren. Der Anteil des Waren produzierenden Gewerbes insgesamt an der Bruttowertsch√∂pfung sank im fr√ľheren Bundesgebiet von (1985) 52 % auf (1999) 30,3 %. In den ostdeutschen L√§ndern haben Bergbau und verarbeitendes Gewerbe seit der Einf√ľhrung der W√§hrungs-, Wirtschafts- und Sozialunion (1990) einen dramatischen Anpassungsprozess durchlaufen. Seit der Wende sind etwa drei Viertel der Arbeitspl√§tze verschwunden. Ein gro√ües Problem f√ľr die ostdeutschen Betriebe ist die schmale Eigenkapitalbasis, wodurch existierende Wachstumschancen nur bei vorhandenem Eigenkapital wahrgenommen werden k√∂nnen.
 
Im Zeitraum 1991-99 sank in Deutschland die Zahl der Erwerbst√§tigen im produzierenden Gewerbe von 14,4 Mio. auf 12,2 Mio. Dabei ging die Zahl der Erwerbst√§tigen in Energie-, Wasserwirtschaft und Bergbau um 36 % auf 444 000 und im verarbeitenden Gewerbe um 39 % auf 7,1 Mio. zur√ľck, w√§hrend sie im Baugewerbe, dem konjunkturellen Motor in den neuen L√§ndern, um 15,8 % auf 3,1 Mio. anstieg, jedoch seit Ende 1995 auch hier stark zur√ľckgeht (Entsendegesetz). In (1999) 593 700 Handwerksbetrieben waren 6,4 Mio. Personen besch√§ftigt. Besonders gravierend war der R√ľckgang der Besch√§ftigung im verarbeitenden Gewerbe Ostdeutschlands. Im steigenden Ma√üe werden v. a. aus Produktionskostengr√ľnden seit Anfang der 1990er-Jahre Arbeitspl√§tze von Deutschland ins Ausland verlagert, wo deutsche Unternehmen 1990-99 √ľber 600 Mrd. DM investierten (in Deutschland etwa 215 Mrd. DM). Die Bruttowertsch√∂pfung im produzierenden Gewerbe betrug (1999) 1 099,4 Mrd. DM und ist seit 1994 geringer als bei den Dienstleistungsunternehmen (ohne Handel und Verkehr). Im verarbeitenden Gewerbe wurden mit (1999) 827,0 Mrd. DM 22,9 % der Bruttowertsch√∂pfung erwirtschaftet, im Baugewerbe 5 % (189,8 Mrd. DM), im Bereich Energie-, Wasserwirtschaft und Bergbau (1998) 2,5 % (90,6 Mrd. DM).
 
Vom Umsatz der Betriebe im Bergbau und im verarbeitenden Gewerbe in H√∂he von (1999) 2 339 Mrd. DM entfielen 166 Mrd. (7,1 %) auf die neuen L√§nder. Im verarbeitenden Gewerbe ist (1999) das Investitionsg√ľter produzierende Gewerbe sowohl hinsichtlich der Zahl der Unternehmen (48 933) als auch der Besch√§ftigten (6,41 Mio.) der wichtigste Bereich. Auf die Vorleistungsg√ľterproduzenten (Vorleistung) entfielen (1998) 42,5 % des Umsatzes, 47,8 % der Betriebe und 44,7 % der Besch√§ftigten, auf die Investitionsg√ľterproduzenten 34,9 % des Umsatzes, 28,3 % der Betriebe und 33,6 % der Besch√§ftigten, auf die Gebrauchsg√ľterproduzenten 18,7 % des Umsatzes, 19,6 % der Betriebe und 16,9 % der Besch√§ftigten und auf die Verbrauchsg√ľterproduzenten 3,9 % des Umsatzes, 4,3 % der Betriebe und 4,7 % der Besch√§ftigten.
 
Die umsatzstärksten Industriezweige waren (1998) der Straßenfahrzeugbau (16,7 %), der Maschinenbau (12,7 %), die chemische Industrie (10,3 %), das Ernährungsgewerbe (10,1 %) und die Herstellung von Metallerzeugnissen (6,1 %). In den neuen Ländern steht das Ernährungsgewerbe mit Abstand an der Spitze (18,1 %), gefolgt vom Straßenfahrzeugbau (9,4 %) und Maschinenbau (8,9 %).
 
Die Industrie ist stark exportorientiert; die Exportquoten (Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz) liegen bei (1999) 35,6 % in den alten und 19,1 % in den neuen Ländern. Sie sind in Deutschland besonders hoch bei Kraftwagen (55,3 %), bei der Rundfunk-, Fernseh- und Nachrichtentechnik (51,4 %), beim sonstigen Fahrzeugbau (48,4 %) sowie bei Erzeugnissen der chemischen Industrie (47,2 %) und des Maschinenbaus (46,7 %).
 
Innerhalb Deutschlands existiert, gemessen an den wichtigsten √∂konomischen Indikatoren (z. B. regionale Arbeitslosenquoten, Steuerkraft und Investitionsintensit√§ten), ein ausgepr√§gtes West-Ost-Gef√§lle zwischen dem Gebiet der fr√ľheren Bundesrepublik Deutschland und den neuen L√§ndern sowie gleichzeitig ein leichtes S√ľd-Nord-Gef√§lle sowohl in den alten als auch in den neuen L√§ndern (z. B. zwischen Bayern und Schleswig-Holstein oder zwischen Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern). Die regionale Verteilung der Industrie zeigt Ballungszentren: in den alten L√§ndern an Rhein und Ruhr, im Rhein-Main- und im Rhein-Neckar-Gebiet, an der Saar sowie in den Agglomerationsr√§umen um Hamburg, Bremen, Hannover, Bielefeld, N√ľrnberg, Stuttgart und M√ľnchen, in den neuen L√§ndern v. a. in Sachsen und Sachsen-Anhalt (Leipzig-Halle, Chemnitz-Zwickau, Dresdner Elbtalweitung, Bitterfeld-Halle-Merseburg) sowie in und um Berlin und um Rostock.
 
 
Im Dienstleistungssektor sind (1999) 63,8 % aller Erwerbstätigen beschäftigt (1999: 24,00 Mio., davon 10,56 Mio. im öffentlichen und privaten Dienstleistungsbereich, 8,78 Mio. im Bereich Handel und Verkehr und 4,66 Mio. im Finanzierungs-, Vermietungs- und Unternehmensdienstleistungsbereich. Der Beitrag dieses Sektors zur Bruttowertschöpfung liegt bei (1999) 66,5 %.
 
 
Dieser Wirtschaftszweig erbrachte 1997 24,78 Mrd. DM und besch√§ftigt 2,64 Mio. Menschen. Deutschland mit seinen vielseitigen Landschaften besitzt reizvolle Urlaubs- und Erholungsgebiete und ist f√ľr den nationalen und internationalen Fremdenverkehr ein beliebtes Reiseland (im internationalen Vergleich hinter Frankreich, den USA und Spanien an vierter Stelle). 1998 registrierte das Hotel- und sonstige √úbernachtungsgewerbe in Deutschland 96,3 Mio. Ank√ľnfte (davon 15,6 Mio. Auslandsg√§ste) und 294,5 Mio. √úbernachtungen (davon 34,5 Mio. Auslandsg√§ste). Hinsichtlich der Zahl der √úbernachtungen steht 1998 Bayern an erster Stelle, gefolgt von Baden-W√ľrttemberg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Schleswig-Holstein. Bei den St√§dten waren 1998 Berlin, M√ľnchen, Hamburg, Frankfurt am Main, K√∂ln, D√ľsseldorf, Dresden, Stuttgart, N√ľrnberg und Leipzig die wichtigsten Reiseziele. Besonders in den neuen L√§ndern nahm das √úbernachtungsvolumen stark zu (Zuwachs 1998 6,0 % im Vergleich zu 1,9 % in den alten L√§ndern). 1998 kamen 70,5 % der ausl√§ndischen G√§ste aus europ√§ischen L√§ndern (Niederlande, 11,7 %; Gro√übritannien, 9,8 %; Italien, 5,9 %; Frankreich, 5,2 %; Schweiz, 5,2 %), 15,0 % aus amerikanischen (davon 12,5 % aus den USA) und 9,9 % aus asiatischen L√§ndern (5,2 % aus Japan). F√ľr die Bundesb√ľrger waren 1998 zu 88,9 % die europ√§ischen Staaten (Frankreich, 24,6 %; Spanien, 18,7 %; √Ėsterreich, 15,6 %; Italien, 9,6 %) die begehrtesten Urlaubsl√§nder.
 
 
D. belegt mit einem Weltmarktanteil von (1999) 9,9 % weltweit hinter den USA den zweiten Platz bei den Ex- und Importen. Der Au√üenhandelssaldo betrug 1999 124,0 Mrd. DM. Die Fertigwaren sind an der Ausfuhr mit 86,4 % beteiligt. Der Anteil der Rohstoffeinfuhren an der Gesamteinfuhr ging zwischen 1980 und 1999 von 17,3 % auf 4,3 % zur√ľck. Der Anteil des fr√ľheren Bundesgebietes an der Ausfuhr liegt bei (1999) 62,6 %, an der Einfuhr bei 65,4 %. Dem Exportwert von (1999) 984,1 Mrd. DM steht ein Importwert von 853,1 Mrd. DM gegen√ľber. Deutschland wickelt den √ľberwiegenden Teil seines Au√üenhandels mit den EU-Staaten ab (1999: 56,4 % des Exportwerts; 52,2 % des Importwerts). Haupthandelspartner sind Frankreich (11,4 %; 10,3 %), Italien (7,4 %; 7,3 %), die Niederlande (6,5 %; 7,9 %); Gro√übritannien (8,4 %; 6,9 %), Belgien/Luxemburg (5,5 %; 5,2 %) sowie √Ėsterreich (5,3 %; 4,0 %). Die USA liegen an der Spitze der au√üereurop√§ischen Handelspartner (10,2 %; 8,2 %). Die Bedeutung Japans ist eher gering (2,1 %; 4,8 %). Enge au√üenwirtschaftliche Beziehungen bestehen auch zur Schweiz (4,5 %; 3,9 %). Auf Entwicklungsl√§nder entfallen 7,4 % des Export- und 5,9 % des Importwerts, auf die s√ľdostasiatische Schwellenl√§nder 3,7 % beziehungsweise 5,0 %.
 
Verkehr:
 
Die Wiedervereinigung f√ľhrte sowohl in den neuen Bundesl√§ndern als auch im fr√ľheren Bundesgebiet zu einem starken Anstieg des Verkehrsaufkommens. Trotz umfangreicher Bauma√ünahmen ist die Infrastruktur in den neuen L√§ndern noch immer deutlich schlechter, was der ostdeutschen Wirtschaft Standortnachteile bringt. Voraussetzung f√ľr die Bew√§ltigung der zus√§tzlichen Verkehrsstr√∂me sind umfangreiche Erneuerungs-, Ausbau- und Neubauma√ünahmen in der Verkehrsinfrastruktur der ostdeutschen L√§nder, v. a. der Ausbau der West-Ost-Verbindungen. Eine Schl√ľsselfunktion f√ľr den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in den neuen L√§ndern haben die am 9. 4. 1991 von der Regierung beschlossenen Verkehrsprojekte Deutsche Einheit.
 
Das Stra√üennetz umfasst (1998) 230 670 km √ľber√∂rtliche Stra√üen (davon 11 427 km Autobahnen) und rd. 410 000 km Gemeindestra√üen. 1999 waren 42,3 Mio. Pkw registriert. Dies entspricht einer Pkw-Dichte von 515 Pkw pro 1 000 Einwohner. Die Zahl der zugelassenen Lkw belief sich (1999) auf 2,5 Mio. Der Bestand an Pkw erh√∂hte sich in den neuen L√§ndern 1995-99 um 6 %. Der Anteil schadstoffarmer Pkw liegt in Deutschland (1999) bei 91,5 %.
 
Nach der Zusammenlegung des Streckennetzes der Deutschen Bundesbahn und der Deutschen Reichsbahn (seit 1994: Deutsche Bahn AG) und einschließlich nichtbundeseigener Eisenbahnen beträgt die Betriebslänge des Eisenbahnnetzes (1998) 45 150 km, davon sind rd. 42 % elektrifiziert.
 
Das Netz der befahrenen Binnenwasserstra√üen ist (1999) 7 467 km lang. Die deutsche Binnenflotte umfasst (1999) 4 533 Binnenschiffe mit einer Tragf√§higkeit von 3,1 Mio. t. Gr√∂√üter Binnenhafen mit einem G√ľterumschlag von (1999) 45,8 Mio. t ist mit Abstand Duisburg; es folgen K√∂ln (11,2 Mio. t), Hamburg (10,1 Mio. t), Mannheim (7,8 Mio. t), Ludwigshafen (7,3 Mio. t) und Karlsruhe (5,5 Mio. t).
 
Die Anteile der Binnenverkehrstr√§ger an den Verkehrsleistungen haben sich sowohl im Personen- als auch im G√ľterverkehr deutlich verschoben. Der motorisierte Individualverkehr steigt weiterhin an. Seine Verkehrsleistung im Personenverkehr (gemessen in Personenkilometern) lag in Deutschland bei (1998) 80,4 %, wobei es zwischen West- und Ostdeutschland keine deutliche Unterschiede gibt. Diese Entwicklung ging v. a. zulasten der Eisenbahn. Ihr Anteil am Personenverkehr lag 1999 bei 38,8 % im Personen- und 18,1 % im G√ľterverkehr. Der Anteil des Stra√üeng√ľterverkehrs nahm entsprechend zu und erreichte 1999 62,1 %. In Deutschland werden damit insgesamt (1999) 79,3 % des 4,0 Mrd. t betragenden binnenl√§ndischen Gesamtg√ľteraufkommens per Lkw transportiert. Die Zunahme der Verkehrsleistungen im Stra√üenverkehr ist f√ľr die Umwelt wegen der hohen Luftschadstoffemissionen und der volkswirtschaftlichen Kosten problematisch.
 
Der Bestand an Handelsschiffen nimmt weiterhin ab; 1999 fuhren nur noch 717 Schiffe (davon 41 Tanker und 134 Fahrgastschiffe) mit einer Tonnage von 6,5 Mio. BRT unter deutscher Flagge. Diese Entwicklung resultiert aus dem Verhalten der Reeder, die ihre Schiffe aus Kostengr√ľnden zunehmend ausgeflaggt haben (Billigflaggen). Gr√∂√üter deutscher Seehafen ist Hamburg mit einem G√ľterumschlag von (1999) 73,4 Mio. t, gefolgt von Wilhelmshaven (39,7 Mio. t), Bremen/Bremerhaven (31,6 Mio. t), L√ľbeck (17,5 Mio. t) und Rostock (17,4 Mio. t).
 
Die Verkehrsleistungen im Luftverkehr erreichte (1999) 39,9 Mrd. Personenkilometern, das Frachtaufkommen (1998) 657,7 Mio. Tonnenkilometer. Durch die Liberalisierung des Luftverkehrs im Rahmen der EG hat die Deutsche Lufthansa ihre Stellung als alleiniger Anbieter im Inlandlinienverkehr verloren, hat aber immer noch eine √ľberragende Position auf dem deutschen Luftverkehrsmarkt. Mit (1998) 58,5 Mio. Passagieren rangiert die Deutsche Lufthansa an 8. Stelle im internationalen Personenverkehr. Im internationalen Linienluftfrachtverkehr nimmt sie mit 1,1 Mio. Tonnenkilometern den 3. Platz ein. Gr√∂√üter Flughafen (weltweit unter den internationalen Flugh√§fen 1999 an 7. Stelle) ist Frankfurt am Main mit (1999) 45,9 Mio. Flugg√§sten (1998 mit 31,0 % der Flugg√§ste aller Flugh√§fen in Deutschland) und 1,4 Mio. t Luftfracht (64,6 % der Luftfracht aller deutschen Flugh√§fen), gefolgt (im Passagieraufkommen) von M√ľnchen, D√ľsseldorf, Berlin-Tegel, Hamburg und Stuttgart; in den neuen L√§ndern steht, abgesehen von Berlin-Sch√∂nefeld, der Flughafen Leipzig-Halle (1999: 2,2 Mio. Passagiere) an 1. Stelle.
 
Eine Schl√ľsselfunktion f√ľr den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in den neuen L√§ndern haben die am 9. 4. 1991 von der Regierung beschlossenen ¬ĽVerkehrsprojekte Deutscher Einheit¬ę (neun Schienenbau-, sieben Stra√üenbauprojekte und ein Wasserstra√üenprojekt) mit einem Volumen von insgesamt rd. 60 Mrd. DM.
 
 Geschichte:
 
Zur Geschichte deutsche Geschichte, deutsche Einheit.
 
 
Allgemeines:
 
Statist. Jb. f√ľr die BRD (1952 ff., j√§hrl.);
 
Statist. Jb. der DDR (Berlin-Ost 1955-90);
 
Topograph. Atlas BRD, bearb. v. C. Degn u. a. (1977);
 
Atlas DDR, hg. v. der Akad. der Wiss.en der DDR (1981);
 
DDR-Hb., 2 Bde., hg. vom Bundesministerium f√ľr Innerdt. Beziehungen (31985);
¬†G. Haensch u. a.: Kleines D.-Lex. Wissenswertes √ľber Land u. Leute (1994);
 
Hb. der dt. Bundesländer, hg. v. J. Hartmann (21994);
 B. Schäfers: Gesellschaftl. Wandel in D. (61995);
 
D. heute, bearb. v. T. Geus (Neuausg. 1996).
 
Staat und Recht:
 
Das Bonner GG, begr. v. H. von Mangold, fortgef. v. F. Klein, auf 14 Bde. ber. (31985 ff.);
 
J. J. Hesse u. T. Ellwein: Das Reg.-System der BRD, 2 Bde. (71992);
 
Grundgesetz-Komm., begr. v. I. von M√ľnch, hg. v. P. Kunig, 3 Bde. (3-41992-95);
 
Hb. des Verfassungsrechts der BRD, hg. v. E. Benda u. a. (21994);
 
K. Hesse: Grundz√ľge des Verfassungsrechts der BRD (201995).
 
Landesnatur und Bevölkerung:
 
Landesnatur: Hb. der naturräuml. Gliederung D.s, hg. v. E. Meynen u. a., 2 Bde. (1953-62);
 
Joachim H. Schultze u. a.: Die naturbedingten Landschaften der Dt. Demokrat. Rep. (Gotha 1955);
 
K. Duphorn: Nord-D. u. angrenzende Gebiete im Eiszeitalter, begr. v. P. Woldstedt (31974);
 
Hydrolog. Atlas der BRD, hg. v. U. de Haar u. R. Keller, 2 Bde. (1978-79);
 
W. Steiner u. O. Wagenbreth: Geolog. Streifz√ľge. Landschaft u. Erdgesch. zw. Kap Arkona u. Fichtelberg (41990);
 
R. Brunnengräber: D. - deine Landschaften (Neuausg. 1991);
 
D. Henningsen u. G. Katzung: Einf. in die Geologie D.s (41992);
 
T. Horlitz: Fl√§chenanspr√ľche des Arten- u. Biotopschutzes (1994);
 
H. Liedtke: Namen u. Abgrenzungen von Landschaften in der BRD (1994);
 
Phys. Geographie D.s, hg. v. H. Liedtke u. J. Marcinek (21995);
 
H. Ellenberg: Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen in ökolog. Sicht (51996).
 
Bev√∂lkerung: Stadt u. Umland in der DDR, hg. v. H. L√ľdemann (Gotha 1979);
 
P. Schöller: Die dt. Städte (21980);
 
Verstädterungsprozesse in der BRD, bearb. v. W. Kaiser (21993);
 
Grund- u. Strukturdaten, Ausg. 1994/95, hg. vom Bundesministerium f√ľr Bildung u. Wiss. (1994);
 
A. Semmel: Geomorphologie der BRD. Grundz√ľge, Forschungsstand, aktuelle Fragen (51996).
 
Wirtschaft und Verkehr:
 
Jahresgutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Gesamtwirtschaftl. Entwicklung (1965 ff.); H. E. Haase: Das Wirtschaftssystem der DDR (21990);
 
W. Glastetter u. a.: Die wirtschaftl. Entwicklung in der BRD 1950-1989 (1991);
 
F.-W. Henning: Hb. der Wirtschafts- u. Sozialgesch. D.s, auf 3 Bde. ber. (1991 ff.);
 
W. Abelshauser: Wirtschaftsgesch. der BRD (1945-1980) (71993);
 
K. Eckart u. a.: Landwirtschaft in D. (1994);
 
Chancen u. Risiken der industriellen Restrukturierung in Ost-D., hg. v. Rudi Schmidt u. B. Lutz (1995);
 
R. Simons u. K. Westermann: Industriestandort D. (21995);
 
H. Lampert: Die Wirtschafts- u. Sozialordnung der BRD (121995).
 
Hier finden Sie in √úberblicksartikeln weiterf√ľhrende Informationen:
 
Gro√üreiche: Kolosse auf t√∂nernen F√ľ√üen?
 

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Deutsch|land; -s: Staat in Mitteleuropa: *das Junge D. (deutsche literarische Bewegung mit politisch-zeitkritischer Tendenz, etwa 1830 bis 1850).

Universal-Lexikon. 2012.

Synonyme:

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